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Schluss mit der Selbstverachtung

Aeschbacher-Diät Lektion 74. Übergewichtige Menschen haben oft ein sehr negatives Selbstbild und essen, um sich selber zu bestrafen. Aus der Negativspirale gibt es einen Ausweg.

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Was ist nur los, wenn keine Diät, kein Sportprogramm und keine Verhaltensänderung zum Erfolg führen? Da können sich selbst die besten Ärzte und Ernährungsberater buchstäblich auf den Kopf stellen – und nichts geschieht auf der Waage. Was steckt hinter solchen so genannten Blockaden, die alle Versuche zum Abnehmen scheitern lassen?

Lassen Sie uns eine provokative These aufstellen: In solchen Fällen ist das Übergewicht beziehungsweise das ungesunde Essverhalten oft eine Art von Selbstbestrafung, ein Ausdruck einer Aggression gegen sich selbst oder dient einer Art Selbstschutz oder gar Selbsttherapie. Lassen Sie uns das bitte näher ausführen, bevor Sie entrüstet abwinken.

Negative Gefühle verhindern Veränderungen zum Guten

Kann es sein, dass Sie sich beim Essen schlecht fühlen, egal, was Sie essen? Fühlen Sie sich als willensschwach und undiszipliniert oder als Versager? Machen Sie sich Selbstvorwürfe? Oder haben Sie Selbstmitleid? Oder dient das Übergewicht unbewusst gar der Selbstbestrafung, nach dem Motto, jetzt ist auch egal, ob ich noch mehr zunehme? Fakt ist: Alle diese negativen Gefühle verhindern Veränderungen zum Guten.

Es gibt viele Gründe, weshalb ein Mensch sein Leiden – in diesem Fall sein Übergewicht – unbedingt behalten will, ohne dass dies der betreffenden Person überhaupt bewusst ist. Der häufigste Grund besteht darin, dass nur so das seelische Gleichgewicht bewahrt werden kann, allerdings um den Preis, dass die Symptome, das heisst das Übergewicht, mit all seinen Folgen bestehen bleibt. Die Angst vor Veränderung ist in diesem Fall stärker als der Mut, etwas Neues zu wagen und vielleicht das seelische Gleichgewicht vorübergehend zu verlieren.

Wie können Sie die offensichtliche seelische Blockade und damit die Angst vor Veränderung überwinden? Das geht nur, wenn Sie die Bereitschaft haben, Ihr Symptom, das heisst das Übergewicht, zu verstehen und zu entschlüsseln, und dann in einem zweiten Schritt Veränderungen zuzulassen, seien sie auch noch so bescheiden, und dabei zu erleben, dass Ihre innere Welt entgegen allen Befürchtungen nicht aus den Fugen gerät.

Entspannen Sie Ihr Verhältnis zum Essen

Sie haben die Möglichkeit, etwas zu ändern. Sie müssen es nur tun! Ein gutes Lebensgefühl hängt damit zusammen, wie Sie sich selbst behandeln. Wie freundschaftlich gehen Sie mit sich selbst um? Essen Sie selbstbestimmt oder essen Sie, ohne wirklich Hunger zu haben? Was steckt in einem solchen Fall dahinter? Gehen Sie Stück für Stück den Weg, seelische Bedürfnisse auf eine bessere Art zu befriedigen als nur mit Essen. Wenn Sie essen, tun Sie es mit einem guten Gefühl, ohne sich zu verurteilen und ohne zu denken, davon werde ich bloss wieder dick. Versuchen Sie, Ihr Verhältnis zum Essen komplett zu entspannen. Essen soll Freude bereiten, nicht Gefühle von Versagen und Selbstanklage. Gönnen Sie sich zum Essen einen würdigen Rahmen. Bereiten Sie sich einen schönen Tisch zu und richten Sie den Teller liebevoll an. Sie werden staunen, wie viel langsamer und genussvoller Sie auf einmal essen und wie Sie viel eher satt werden und plötzlich all Ihre Sinne wieder wach werden.

So geht’s:

  • Finden Sie wie ein Detektiv heraus, was Ihren Wunsch, endlich abzunehmen, sabotiert.
  • Ist es eine Art Selbstbestrafung für vermeintliches Fehlverhalten? Ist es Ausdruck von Selbstaggression oder Selbstentwertung?
  • Oder ist Ihr Übergewicht vielleicht eine Art Selbstschutz, entstehend aus einer Angst vor Beziehungen und Intimität?
  • Liegt Ihrem Übergewicht vielleicht eine Art selbsterfüllende Prophezeiung zugrunde, weil Ihnen jemand früher gesagt hat, wenn Sie so weiter essen, werden Sie sicher mal dick?
  • Könnte es sein, dass Sie schlichtweg Angst vor irgendwelchen Veränderungen in Ihrem Leben haben und deshalb unbewusst lieber am Übergewicht festhalten wollen?
  • Jede Veränderung geht mit Ungewissheit einher. Machen Sie deshalb dort einen ersten kleinen Schritt, wo Sie sich einigermassen sicher fühlen. Dieser erste Schritt muss gar nichts mit dem Abnehmen beziehungsweise Ihrem Essverhalten zu tun haben.
  • Tun Sie einfach mal etwas Ungewöhnliches und brechen Sie so aus dem gewohnten Alltagstrott aus. Das kann ein überraschendes Wochenende sein, ein anderer Arbeitsweg, eine anders gestaltete Mittagspause, ein Spaziergang um Mitternacht im Mondschein vor dem Zubettgehen und so weiter.
  • Und hören Sie um Himmels Willen auf, sich selber zu bestrafen, indem Sie im Stehen etwas verschlingen oder gedankenlos einkaufen oder den Kühlschrank wie fremdgesteuert leer essen.
  • Feiern Sie stattdessen jede Mahlzeit. Und nehmen Sie sich dazu Zeit. Schliesslich heisst es ja Mahlzeit.
  • Beugen Sie Situationen wie Einsamkeit, Stress, Traurigkeit und Angst vor, damit diese nicht automatisch zu Rückfällen führen. Das schaffen Sie, indem Sie Alternativen parat machen. Sei es das Abspielen Ihrer Lieblingsmusik, der Gang an die frische Luft, der Trick mit den zwei Minuten etc.

Fazit:

Wenn das Abnehmen einfach nicht gelingen will, kann das an einer seelischen Blockade liegen. Solche Blockaden müssen Sie nicht einfach lebenslang hinnehmen. Sie selber können sie entschlüsseln und durch kleine Veränderungen an überraschenden Orten die Erfahrung machen, dass Sie es doch schaffen.

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