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Schluss mit lästigem Reflux

Endlich gibt es ein hochwirksames und dennoch schonendes Verfahren, um chronisches Sodbrennen ohne Medikamente auszu­schalten. Die Erfahrungen in der Schweiz sind ausgezeichnet.

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Reflux, der Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre, geht oft mit einem enormen Leidensdruck einher, besonders, wenn Medikamente nicht mehr helfen. Tag und Nacht leiden die Betroffenen an Sodbrennen, saurem Aufstossen und Schmerzen hinter dem Brustbein. Meistens ist auch der Schlaf gestört, was weitere psychische Folgen wie Depressionen, familiäre und sogar berufliche Probleme nach sich ziehen kann. Man schätzt, dass bis zu einem Drittel aller Refluxpatienten trotz Medikamenten keine wirkliche Linderung erfahren. Diese Menschen haben meistens resigniert, nachdem sie alles versucht haben, bis hin zu den massivsten Einschränkungen in ihrer Ernährung. Dass bei so massiven Beschwerden trotz grossem Verzicht jegliche Lebensqualität auf der Strecke bleibt, ist nur zu verständlich.

Jetzt gibt es ein modernes, besonders schonendes Verfahren, um dem Reflux endlich beizukommen. Es setzt direkt an der Ursache des Refluxes an, nämlich am zu schwachen unteren Schliessmuskel der Speiseröhre, der sich normalerweise wie ein Ventil nach dem Essen und Trinken nur in Richtung Magen öffnet. Funktioniert dieses Ventil nicht mehr richtig, kann saurer Magensaft zurück in die Speiseröhre fliessen und Symptome wie Sodbrennen und saures Aufstossen verursachen. Bei häufigem Reflux drohen auch schwere Schäden an der Speiseröhre.

EndoStim, so der Name der neuen Technik, ist so einfach wie genial. Die Behandlung besteht aus einem Mini-Stimulator und zwei Elektroden. Die Elektroden werden via Bauchspiegelung minimal-invasiv am Schliessmuskel fixiert und mit dem Stimulator verbunden. Dieser wird unter die Haut der Bauchdecke platziert. Das kleine Gerät lässt sich von aussen so programmieren, dass er in regelmässigen Abständen elektrische Impulse abgibt. Sie stärken den Schliessmuskel und stellen seine normale Funktion wieder her. Der Reflux nimmt deutlich ab oder verschwindet ganz.

Die Vorteile des neuen Verfahrens sind bestechend: Sehr hohe Erfolgsquoten, massive Einsparung oder sogar Absetzen der Medikamente, intakter Magen, kaum Nebenwirkungen, individuelle Programmierung des Stimulators, kurze Erholungszeit. Der schonende, minimal-invasive Eingriff dauert rund eine Stunde. Die Patienten können bereits am Tag der Operation wieder Nahrung zu sich nehmen und normalerweise am ersten oder zweiten postoperativen Tag nach Hause. Die jüngst veröffentlichten Studien zeigen einen anhaltenden, beeindruckenden Therapieerfolg bei exzellenter Sicherheit.

Ist EndoStim das Richtige für Sie? Nehmen Sie jeden Tag Säureblocker ein? Haben Sie trotzdem noch Symptome?

  • Sodbrennen
  • Saures Aufstossen
  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Schlafstörungen

Mehr Infos: www.refluxtherapie.ch

EndoStim nennt sich die neue, minimal-invasive Behandlung von chronischem, therapieresistentem Reflux. Kernstück der Therapie sind ein Mini-Stimulator und zwei Elektroden, die am unteren Schliessmuskel der Speiserhöre fixiert werden.

Massive Verbesserung der Symptome

«In der Nachkontrolle begegne ich sehr zufriedenen Patienten.» Dr. Yves Borbély, Leitender Arzt Insel-/­Tiefenau Spital, erklärt das neue Verfahren zur Behandlung von chronischem Reflux.

 Welche Erfahrungen haben Sie mit der neuen Refluxtherapie gemacht?

Wir haben gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht. Bis auf wenige Patienten konnten alle ihre Medikamente absetzen, bei allen haben sich die Symptome massiv verbessert. Dies, obwohl wir die Methode auch bei Patienten angewendet haben, die noch andere Probleme mit der Speiseröhre hatten, beispielsweise eine schlechte Beweglichkeit. Auch wenn sich einige Patienten zuerst an den Gedanken gewöhnen mussten, einen Schrittmacher gegen saures Aufstossen implantiert zu bekommen, begegne ich in den Nachkontrollen sehr zufriedenen Patienten.

 Wie aufwendig ist das Verfahren?

Wie bei jeder Operation gegen Säurereflux braucht es zur genauen Bilanzierung einige Voruntersuchungen. Die Methode selber ist für Chirurgen, die in Antirefluxoperationen geübt sind, relativ einfach. Etwas zeitaufwendiger kann es manchmal sein, nach der Operation das für den Patienten optimale Stimulationsprogramm zu finden.

Wie ist der Nutzen für die Patienten?

Der Effekt auf die Refluxerkrankung liegt ungefähr im Bereich der traditionellen Antirefluxoperationen wie der Fundoplikatio, aber mit viel weniger Nebenwirkungen. Die klassischen unerwünschten Begleiteffekte wie Schluckprobleme, Durchfall, Völlegefühl mit nicht mehr möglichem Aufstossen gibt es bei EndoStim nicht. An der Anatomie der Speiseröhre und des Magens wird nichts verändert, sondern nur zwei Elektroden eingenäht; im schlimmsten Fall, wenn die Therapie versagt, ist nichts verbaut, die Anatomie praktisch so wie vor dem Eingriff.

Lassen sich durch den Eingriff Medikamente einsparen oder sogar ganz absetzen?

Ja, bei Patienten, die Medikamente nur wegen des Säurerefluxes einnehmen, können diese in fast 90 Prozent der Fälle abgesetzt werden.

Für wen kommt die Stimulationstherapie in Frage?

Patienten, die nicht das ganze Leben auf Medikamente gegen Säurereflux angewiesen sein wollen, die trotz Medikamenten einen sich verschlimmernden Reflux verspüren oder die keine traditionelle Antirefluxoperation mehr haben können – zum Beispiel wegen bestimmten Voropera­tionen, wo ein Magenteil entfernt wird – oder wollen.