Startseite » Themen » Schweigen ist tödlich

Schweigen ist tödlich

Weil sie Beschwerden lieber verschweigen, geht bei Männern wertvolle Zeit verloren, bis Prostatakrebs diagnostiziert wird.

Human prostate antomy with penis parts

Prostatakrebs ist mit fast 6000 Neuerkrankungen jährlich die häufigste Krebserkrankung bei Schweizer Männern. Obwohl sich im frühen Stadium der Erkrankung meistens noch keine Symptome bemerkbar machen, wird das Fortschreiten der Erkrankung oft von Warnzeichen wie Schmerzen begleitet.

Gefährliche Schweige-Kultur

Betroffene Männer mit fortgeschrittenem Prostatakrebs haben häufig nicht nur bei der richtigen Deutung der Warnsignale Probleme, sondern verschweigen diese auch vor ihrem Arzt. Das ergab eine grosse Umfrage bei mehr als 1200 Personen in zehn Ländern weltweit, darunter Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Spanien, England und die USA.

Wie die Befragung zeigt, ignoriert rund die Hälfte der Betroffenen gelegentlich ihre Symptome und fast 60 Prozent halten täglich auftretende Schmerzen für etwas, womit man leben muss. Über ein Drittel der Befragten werten es sogar als Zeichen von Schwäche, über ihre Schmerzen zu berichten. Besonders folgenschwer: Vier von zehn Männern, bei denen sich der Krebs in die Knochen ausbreitet, leben sieben Monate lang oder noch länger mit Schmerzen, bevor die Diagnose gestellt wird. Männer erkennen zudem häufig den Zusammenhang von ihren Schmerzen zu ihrer Krebserkrankung nicht.

Die fehlende Bereitschaft der Patienten, über ihre Symptome zu sprechen, kann auch kulturell bedingt sein. Europäische Männer geben deutlich öfter an, ein Gespräch über ihr körperliches Wohlbefinden mit dem Arzt als unangenehm zu empfinden als beispielsweise Männer aus den USA.

Fehlendes Bewusstsein für Prostatakrebs

Die Umfrageergebnisse lassen den Schluss zu, dass in der Bevölkerung das Bewusstsein für Prostatakrebs noch zu wenig ausgeprägt ist. Dieses zu fördern, ist das Hauptziel von Europa Uomo Schweiz. Durch Aufklärung über die typischen Symptome des fortgeschrittenen Prostatakrebs und über die Warnsignale sollen die Männer informiert und ermutigt werden, ihre Symptome nicht für sich zu behalten, sondern sie beim Arzt anzusprechen. Fortgeschrittener Prostatakrebs kann sich durch Symptome wie schwere oder unerklärliche Schmerzen, Erschöpfung, urologische oder Darmprobleme bemerkbar machen.