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Sein Gerubbel beim Sex tat mir weh

Nach einer erfüllenden Ehe und dem frühen Tod ihres Mannes kam für eine Leserin die grosse Enttäuschung. Ihre neue Liebe entpuppte sich im Bett als unbelehrbare Niete. Ein Fall für Dr. Dania Schiftan.

Sex Schiftan

Ich habe 2004 nach 20-jähriger Ehe meinen Mann wegen einer schweren Krankheit verloren. Punkto Sex hatte es wunderbar geklappt. Mein Mann konnte seine Ejakulation sehr gut kontrollieren und fand es auch schön, dass ich mich dabei selber stimulierte, da ich nur so zum Orgasmus komme. Wir haben beim Sex auch oft gelacht und gealbert.

Dann lernte ich einen Mann kennen, der mich sexuell sehr anzog. Es war eine „amour fou“. Obwohl ich den Sex genoss, hatte ich mit ihm nie einen Orgasmus, da er viel zu schnell kam. Und sein „Gerubbel“ an mir war am falschen Ort und erst noch schmerzhaft. Ich dachte immer, er würde es schon noch lernen, sich etwas länger zu beherrschen. Als ich mich dann mal beim Sex selber stimulieren wollte, fühlte er sich schwer in seiner Mannesehre beleidigt und zog sich zurück.

Ich konnte mit ihm nie darüber sprechen. Es fehlte auch die jahrelange Vertrautheit zwischen uns, welche ich mit meinem Mann hatte. Heute lebe ich wieder allein, glücklich und zufrieden.

Das sagt Dania Schiftan, Dr. phil. in Clinical Sexology, lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie und Sexualtherapie:

Die Schilderungen unserer Leserin sind total spannend, da sie gleich zwei Mythen enthalten. Erstens die – vermeintliche – Verflechtung von Liebe und Sexualität, und zweitens die unbelehrbare Manneskraft.

Zuerst zu letzterem: Es ist interessant, dass es immer noch Männer gibt, die ihre Männlichkeit daran festmachen, wie gut sie eine Frau befriedigen können. Sie nehmen dabei lieber in Kauf, dass die Frau schauspielt und Orgasmus um Orgasmus vortäuscht, anstatt offen zu sein, hinzuhören und von ihr zu lernen. Männer erwarten von sich, dass sie im Bett alles besser wissen als die Frau selber.

Sexualität fällt nicht vom Himmel

Viele Menschen haben immer noch das Gefühl, Sexualität falle vom Himmel und man müsse nichts lernen. Sexualität muss man aber mit jedem Partner und jeder Partnerin neu einüben. In jeder neuen sexuellen Beziehung muss man gleichsam das Rad neu erfinden, herausfinden, was dem anderen gefällt und was nicht. Es lohnt sich, sich selber gut zu kennen, damit man seine Vorlieben dem Gegenüber mitteilen kann.

Nun zurück zum ersten Punkt: Aus der Schilderung geht hervor, dass Liebesgefühle offensichtlich nicht dasselbe sind respektive waren wie sexuelle Gefühle. Man kann also durchaus mit dem Herzen total verliebt sein, aber das Körperliche passt nicht zusammen. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass man nur genug verliebt sein müsse, damit es auch im Bett klappt. Das sind aber zwei komplett verschiedene Komponenten und Fähigkeiten.

Unsere Leserin hat das aber alles erkannt. Ich wünsche ihr von Herzen viel Glück, dass sie so zufrieden und glücklich bleibt – alleine – oder aber einen Mann kennenlernt, der bereit ist, zuzuhören und auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

www.zismed.ch

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