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Selbstmitleid macht dick

Aeschbacher-Diät Lektion 131. Schluss mit dem Selbstmitleid, das viele Menschen mit Übergewicht jahrelang mit sich herumschleppen, ohne zu merken, in welchem selbstgewählten Gefängnis sie stecken.

Diffident woman

Ein häufiger Grund dafür, dass viele Menschen beim Abnehmen scheitern, ist Selbstmitleid. Es ist verantwortlich dafür, dass ein verhängnisvoller Teufelskreis aufrechterhalten wird. Wer sich selber bemitleidet, ist in negativen Gedanken gefangen und fühlt sich als Opfer schwieriger Umstände, vernachlässigt und ungeliebt. Er wird immer mutloser, passiver, ja sogar depressiv und zieht sich zurück. Mit jeder gescheiterten Diät sieht er sich in seinem Selbstmitleid bestätigt und resigniert. Aus einem Gefühl von Frust und Schmerz bestraft er sich selber, indem er noch mehr und vor allem noch ungesünder isst und dadurch noch mehr zunimmt. Der Gang auf die Waage und der Blick in den Spiegel geben ihm recht: Ja, ich bin ein Versager, ich bin nichts wert, ich bin unansehnlich, niemand mag mich, ich mich selber schon gar nicht, ich hasse mich.

Eine fürchterliche Negativspirale

Diese fürchterliche Negativspirale, die einen Menschen immer weiter nach unten zieht, ist tausendfache Realität. Es hat auch damit zu tun, dass viele Betroffene das gemeine Spiel nicht durchschauen, das die Werbung mit ihnen treibt. Dabei könnten sie sich eine Menge Frust-Kilos, unendlich viel Kummer, Tausende von Tränen und sehr viel Geld sparen, wenn sie sich in Erinnerung rufen, dass das geltende Idealbild von schlank, gesund und vital nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung erreichbar ist, und ab einem bestimmten Alter für überhaupt niemanden mehr.

Einseitige, nutzlose Diäten sind ein enormer Stress. Jedes Scheitern führt noch tiefer in den Sog von übermässigem, ungesundem Essen, zu wenig Bewegung, schlechtem Gewissen, Selbstverachtung und Selbstmitleid. Diese Diäten führen auch dazu, dass sich mit der Zeit alles ums Thema Essen dreht. Diese Fixierung ist besonders schlimm, weil sie das Leben mehr und mehr einengt und Kummer und Wut verursacht.

Dem Leben eine positive Wende geben

Es hindert Sie niemand, in ihrem selbst gewählten Gefängnis zu bleiben. Sie können so weitermachen wie bisher. Sie können mit den unzähligen Enttäuschungen weiter leben und sich selbst bemitleiden. Sie können aber auch Ihrem Leben eine positive Wende geben. Niemand zwingt Sie dazu. Sie müssen gar nichts. Es ist allein Ihr Entscheid.

So geht’s:

  • Schreiben oder reden Sie sich einmal den ganzen Frust über das Übergewicht und alle bisherigen Diäten vom Leibe.
  • Stoppen Sie in Ihren Gedanken die elende Spirale aus Selbstmitleid und Selbstverachtung.
  • Ersetzen Sie die negativen Selbstgespräche nach und nach durch selbstbejahende innere Dialoge.
  • Geben Sie nicht den Umständen und den Genen schuld. Sie haben es in der Hand, sich selber zurück ins Leben zu katapultieren.
  • Es ist allein Ihr Entscheid, etwas in Ihrem Leben zu verändern.
  • Sie müssen überhaupt nichts. Sie dürfen, weil Sie und nur Sie es wollen.
  • Sie interessieren sich wieder für andere, vergessen geglaubte Dinge.
  • Sie bewegen sich wieder mehr, weil es Ihnen Freude macht, nicht, weil Sie müssen.
  • Wenn Sie auch schon nur 5000 Schritte am Tag machen, sind Sie sofort weniger anfällig auf emotionales Essen.
  • Machen Sie kleinste Schritte zur Veränderung, auch wenn es Ihnen schwer fällt, daran zu glauben, dass es hilft.
  • So machen Sie die Erfahrung: Ich bin meinen Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann etwas aus eigener Kraft verändern.
  • Pflegen Sie einen gelasseneren Umgang mit Ihren Gedanken und Gefühlen. Das schafft die innere Freiheit für Veränderungen.
  • Verabschieden Sie sich von Begriffen wie „sich zusammenreissen“. Selbstquälerei und Selbstverachtung sind für das Scheitern von Diäten verantwortlich.
  • Nehmen Sie Abstand von den unseligen Diäten und Gewichtsprogrammen, welche die Teilnehmer dazu auffordern, ihre Kalorienaufnahme zu bilanzieren, Nahrungsmittel abzuwägen und genaue Essvorschriften einzuhalten.
  • Schenken Sie vielmehr der Freude am Essen Ihre volle Aufmerksamkeit. Machen Sie das Essen wieder zu einem Erlebnis und zelebrieren Sie die Mahlzeiten.
  • Und tun Sie etwas Ungewöhnliches und brechen Sie aus dem gewohnten Alltagstrott aus. Das kann ein überraschendes Wochenende sein, ein anderer Arbeitsweg, eine anders gestaltete Mittagspause, ein Spaziergang um Mitternacht im Mondschein vor dem Zubettgehen und so weiter.

Fazit:

Selbstmitleid macht anfällig für ungesundes Essen und hindert Sie daran abzunehmen. Sie alleine, und nur Sie haben es in der Hand, Ihrem Leben eine positive Wende zu geben, oder aber sich ein Leben lang selbst zu bemitleiden. Sie müssen gar nichts. Sie können, weil es allein Ihre Entscheidung ist.

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