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Sex nach Prostataoperation

Human prostate antomy with penis parts

Können Männer nach einer Prostataoperation noch lustvollen Sex haben? Ein besorgter Leser fragt, welche Operationsmethode er wählen soll.

Seine Prostatavergrösserung sei gutartig, schreibt er uns. Die Ärzte hätten ihm zwei Operationsmethoden vorgeschlagen. Er könne zwischen der arteriellen Prostataembolisation und der transurethralen Resektion der Prostata wählen. „Jetzt weiss ich nicht, wofür ich mich entscheiden soll. Meine Frau und ich möchten wissen,  wie sich die Operationen auf das Sexleben auswirken, denn wir sind erst 46 und 48 Jahre alt, geniessen den Sex in vollen Zügen.“ Sein Urologe habe ihm gesagt, er könne eine Münze werfen, um sich für die eine oder andere Methode zu entscheiden.

Wir haben die Frage dem Urologen Dr. med. Christoph Kraft von den Pallas Kliniken gestellt. Hier seine Antwort:

Die arterielle Prostataembolisation ist ein relativ neues Verfahren, das kurzfristig gute Ergebnisse liefert. Es wird von Radiologen durchgeführt. Da es neu ist, gibt es noch keine Langzeitresultate.

Demgegenüber gilt die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) auch heute noch als Goldstandard. Der Eingriff ist etabliert und bringt auch langfristig gute Ergebnisse. Bei der TUR-P wird das erkrankte Gewebe der Prostata mittels Endoskop und Schlinge abgetragen. Hier treten gewöhnlich Blutungen auf, die mittels Spülungen durch einen Blasenkatheter nach einigen Stunden zum Stillstand kommen. Die Behandlung erfordert einen stationären Klinikaufenthalt von mehreren Tagen. Patienten, die Blutverdünner einnehmen, müssen das Medikament vorher absetzen.

Eine moderne Form der TUR-P-Methode ist die Behandlung mit dem Greenlight-Laser. Auch sie ist etabliert und hat zudem den Vorteil einer meist wesentlich geringeren Komplikationsrate. Der Grund ist einfach: Weil das Prostatagewebe mit einer Lasersonde abgetragen wird, werden gleichzeitig auch die umliegenden Gefässe verödet. So treten fast keine Blutungen auf. Der Klinikaufenthalt verkürzt sich im Vergleich zur konventionellen Methode entsprechend. Weiterer Vorteil: Patienten mit Blutverdünner müssen das Medikament nicht absetzen.

Welchen Einfluss haben die Methoden auf das Sexualleben der betroffenen Männer?

Bei der neuen Prostataembolisation fehlt die Langzeiterfahrung auch in Bezug auf das Sexual-Leben. Bei der TUR-P weiss man hingegen, dass es zu Erektions- und Ejakulationsstörungen kommen kann. Durch den medizinischen Fortschritt sowie die Verfeinerung der Operationstechniken ist diese Gefahr deutlich geringer als noch vor 20 Jahren. Noch kleiner ist sie beim Greenlight-Laser-Verfahren.