Zwei verlorene Jahre
Viel zu spät gehen Demenzpatienten zum Arzt.
Bis sie eine Diagnose erhalten, vergehen im Durchschnitt zwei Jahre. Dabei wäre man nicht machtlos, denn die Krankheit kündigt sich an. Wenn Alzheimer – die häufi gste Form von Demenz – rechtzeitig behandelt wird, kann der Patient seinen gewohnten Lebensrhythmus länger beibehalten. Deshalb sollte auch die medikamentöse Therapie mit den Acetylcholinesterase-Hemmern so früh wie möglich eingeleitet werden. Diese Medikamente sorgen dafür, dass der wichtigste Botenstoff im Gehirn langsamer abgebaut wird und so die Denk- und Merkfähigkeit länger erhalten bleibt. Die Krankheit kann zwar nicht geheilt, aber doch um wertvolle Monate und Jahre verzögert werden. Irgendwann wird dann selbst die Einnahme von Medikamenten zum Problem, denn der Patient spuckt sie wieder aus, und man weiss nie, wie viel vom Wirkstoff tatsächlich eingenommen werden konnte. Neue Darreichungsformen wie die Schmelztablette schaffen Abhilfe. Die hauchdünnen Tabletten zergehen augenblicklich unter der Zunge und geben ihre Wirkstoffe sofort frei. Jeder, der Demenzkranke betreut, weiss diesen Vorteil zu schätzen.
Es gibt sieben eindeutige Warnsignale, die auf eine beginnende Demenz hinweisen können: Der Betroffene wiederholt immer wieder die gleiche Frage; er erzählt immer wieder die gleiche Geschichte; er weiss nicht mehr, wie bestimmte alltägliche Verrichtungen funktionieren; er verliert den sicheren Umgang mit Geld, Überweisungen und Rechnungen; er verlegt dauernd Gegenstände an zum Teil eigenartigen Orten; er vernachlässigt sein Äusseres, und er wiederholt die ihm gestellte Fragen, anstatt darauf zu antworten. Hier muss das Umfeld des Betroffenen reagieren. Der Hausarzt kann mit einfachen Mitteln die Hirnleistung testen und so eine Diagnose stellen.








