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Über kalte Füsse, Strümpfe und Bettflaschen

Jetzt hat er zwar kein Wasser mehr in den Beinen, aber seine Füsse sind abends immer kalt. Sind die Kompressionsstrümpfe schuld? Nein, sagt Venen-Chefarzt Dr. Jürg Traber.

young man putting on his slippers

Unser Leser ist fast 94 Jahre alt. Sein Hausarzt hat ihm gegen die geschwollenen Füsse Kompressionsstrümpfe verschrieben. Krampfadern hatte der Mann nie. Seit zwei Jahren trägt er die Strümpfe jeden Tag. Mit Erfolg, denn das Wasser ist weg. Unser Leser hat nun aber ein anderes Problem: „Jeden Abend habe ich kalte Füsse, so dass ich immer die Bettflasche mit ins Bett nehmen muss.“ Er vermutet, dass die Kompressionsstrümpfe Schuld seien an den kalten Füssen und fragt, ob er die Strümpfe nun ein Leben lang tragen muss.

Wir haben die Frage Dr. Jürg Traber, Chefarzt der Venenklinik Bellevue in Kreuzlingen, weitergeleitet. Hier seine Antwort: „Dass Sie kein Wasser mehr in den Füssen haben, ist natürlich sehr erfreulich und auch wichtig, denn die Schwellung schädigt auf die Dauer nicht nur die Gefässe, sondern auch Ihre Haut. Solange Sie die Strümpfe tragen, müssen Sie keine Angst vor solchen Komplikationen haben.

Kompressionsstrümpfe weiterhin tragen

Ich befürchte allerdings, dass die Füsse wieder anschwellen, sobald Sie auf die Strümpfe verzichten. Ich würde Ihnen darum empfehlen, die Kompressionsstrümpfe weiterhin zu tragen. Nach zwei Jahren sind Sie ja sicher sehr routiniert im An-und Ausziehen.

Und nun zu Ihren kalten Füssen: Ich denke, dass die kalten Füsse mit den Kompressionsstrümpfen wenig oder gar nichts zu tun haben. Ich vermute viel mehr, dass bei Ihnen die kleinen Arterien in den Beinen etwas eng gestellt sind. Das passiert zum Beispiel, wenn man gestresst ist und etwas unter Strom steht. Wie zum Beispiel vor einer Prüfung, wo die die Hände kalt und schweissig werden, und das Herz schneller schlägt. Die Hände werden nur deshalb kalt, weil das vegetative Nervensystem den Organismus auf Flucht einstellt und am liebsten alles Blut den zentralen und lebenswichtigen Organen zur Verfügung stellt, damit die Flucht gelingt. Das geht aber auf Kosten der Peripherie. Hände und Füsse werden darum kalt. Wenn Sie keine anderen Beschwerden in den Beinen haben, sind kalte Füsse meist harmlos. Ihre Bettflasche schafft da sehr gute Abhilfe. Ihre Füsse werden gewärmt und die Arterien öffnen sich wieder etwas mehr. Damit steht einem wohligen Einschlafen mit warmen Füssen nichts mehr im Weg.“

 

Venen Dr_Traber f 03Haben Sie Fragen?

Dr. med. Jürg Traber
Chefarzt und Direktor, Chirurgie/Gefässchirurgie FEBVS, Phlebologie SGP

www.venenklinik.chinfo@venenklinik.ch, Tel. 071 678 22 66

Venenklinik Bellevue
Brückenstrasse 9
8280 Kreuzlingen

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