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Verstopfung, Bauchschmerzen, Blähungen

Tausende sind betroffen, ernst genommen werden nur die wenigsten. Patienten mit Reizdarmsyndrom leiden oft jahrelang. Jetzt gibt es neue Therapien.

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Selten finden von Reizdarm Betroffene Verständnis oder gar Hilfe und sind deshalb frustriert. Viele von ihnen haben überhaupt noch nie etwas von dieser Krankheit gehört. Sie leiden zwar seit langer Zeit an immer wiederkehrenden Bauchbeschwerden mit Schmerzen, Blähungen, Veränderung des Stuhlverhaltens und der Stuhlbeschaffenheit, können aber ihrer Krankheit keinen Namen geben und werden deshalb immer wieder mit hilflosen Erklärungsversuchen und untauglichen Ratschlägen abgespiesen.

Wer mit Reizdarm-Patientinnen zu tun hat, weiss, wie sehr sie darunter leiden, nicht ernst genommen zu werden. Weder von Angehörigen noch vom Arzt. Der Vorwurf der erfundenen Krankheit führt zu einem Negativimage des Reizdarms, das den Betroffenen schnell einmal das Gefühl gibt, sie seien psychisch halt doch nicht ganz normal. Dabei ist Reizdarm eine ernst zu nehmende Erkrankung. Dass jemand andauernd unter Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfungen und Blähungen leidet, reicht bei Weitem aus, um von einer Krankheit zu sprechen, die behandelt werden muss.

Eine funktionelle Magen-Darm-Erkrankung

Beim Reizdarmsyndrom handelt es sich um eine funktionelle Magen-Darm-Erkrankung. Damit meint man eine Störung, bei der keine organisch sichtbaren Veränderungen vorliegen, sondern «nur» die Funktion des Organs gestört ist. Das verleitet gerne zur deplatzierten Bemerkung: «Wir haben alles untersucht. Sie haben nichts.» Und die unausgesprochene Schlussfolgerung: Wenn nichts Organisches vorliegt, sind die Symptome eben eingebildet.

Die Magen-Darm-Erkrankung Reizdarm betrifft in Europa bis zu 15 Prozent der Bevölkerung. Diagnostiziert wird sie nur selten. Und die Symptome werden oft nur mit Stress in Verbindung gebracht. In zwei von drei Fällen sind Frauen betroffen, welche häufig ihren Lebensstil oder die Menstruation dafür verantwortlich machen.

Der Reizdarm wird unterteilt in ein Syndrom mit dem vorherrschenden Symptom Verstopfung, in ein Syndrom mit vorwiegend Durchfall und in ein Syndrom mit gemischtem Beschwerdebild. Eine Zuordnung zu den drei Unterformen ist wichtig für die Auswahl der richtigen Therapie. Zusätzlich zu Bauchschmerzen, Blähungen und veränderten Stuhlgewohnheiten verursacht das Reizdarmsyndrom Blähungen und Gase, Stuhldrang, Anstrengung während des Stuhlgangs und harter Stuhl sowie ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung.

Behandlung wird viel zu spät eingeleitet

Ein Reizdarmsyndrom hat erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität, da es die Erwerbsfähigkeit, soziale und persönliche Beziehungen, Sexualität, Vitalität, die Konzentration, Aussehen und das Selbstbewusstsein beeinflussen kann. Dennoch kann es vom Auftreten der ersten Symptome Monate oder sogar Jahre dauern, bis die betroffenen Frauen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Man schätzt, dass es fast weitere drei Jahre dauert, bis die Diagnose bestätigt und – wenn überhaupt – eine Behandlung eingeleitet wird.

Auf der Suche nach den Ursachen wird an verschiedenen Ansatzpunkten geforscht. Vor allem hinsichtlich Darmbeweglichkeit und deren Wahrnehmung, wobei sich diese Störungen in der Regel nicht mit herkömmlichen Darmuntersuchungen nachweisen lassen. Bekannt ist auch, dass Stress und emotionale Konflikte die Beschwerden verschlimmern können.

Aufgrund der unterschiedlichen Symptome gibt es keine Standardbehandlung. Die Therapie richtet sich nach den Hauptsymptomen. Dabei können Medikamente, aber auch nicht medikamentöse Massnahmen wie Entspannungsverfahren oder Ernährungsanpassungen zum Einsatz kommen. Da beim Reizdarmsyndrom mehrere Symp­tome gleichzeitig auftreten können, ist es wichtig, zusammen mit dem Arzt eine Behandlung bzw. ein Medikament ins Auge zu fassen, welche möglichst viele Symptome gleichzeitig angeht. In letzter Zeit wurden wichtige therapeutische Fortschritte erzielt, besonders beim Reizdarm, der hauptsächlich mit Verstopfung einhergeht.

 

Daran erkennen Sie ein Reizdarmsyndrom

Leiden Sie seit mehr als drei Monaten unter:

  • Blähungen?
  • Verstopfung?
  • Bauchschmerzen und/oder Bauchkrämpfen?
  • Bessern sich die Bauchschmerzen mit einsetzendem
  • Stuhlgang?
  • Haben Sie festeren oder weicheren Stuhl,
  • wenn Ihre Bauchschmerzen einsetzen?
  • Haben Sie eine Änderung der Stuhlfrequenz,
  • wenn Ihre Bauchschmerzen einsetzen?

Wenn Sie mehr als zwei Kreuze gemacht haben, sollten Sie einen Gastroenterologen aufsuchen. Möglicherweise leiden Sie unter einem Reizdarmsyndrom. Der Arzt kann Sie über neue Therapiemöglichkeiten beraten.

Informieren Sie sich über Reizdarm und machen Sie den Schnelltest unter www.ichkennemeinenbauch.ch