VorsorgeArbeitsplatz

Machen Drucker und Kopierer krank?

Beschwerden treten selten auf, wenn man sich an einige einfache Empfehlungen hält.

Styrol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol, Phenole, Aldehyde, Ketone, Eisen, Kupfer, Titan, Kobalt, Chrom, Zink, Strontium, Zirkonium, Cadmium, Zinn, Tellur, Wolfram, Tantal, Blei. Die Liste von organischen und anorganischen chemischen Verbindungen ist lang, mit denen wir im Büro durch den Betrieb von Druckern und Kopiergeräten in Berührung kommen können oder konnten. Verständlich, dass diese Stoffe immer wieder mit gesundheitlichen Beschwerden in Verbindung gebracht werden. Doch wie gross sind die Gefahren wirklich?

Dr. Jost, Chefarzt der Abteilung Arbeitsmedizin bei der Suva, kommt nach einer eingehenden Analyse zum Schluss: «Nach den bisherigen Erkenntnissen ist es wenig wahrscheinlich, dass von den heute verwendeten Kopiergeräten und Laserdruckern eine gesundheitliche Gefährdung ausgeht, sei es im Hinblick auf eine Vergiftung oder eine Lungenerkrankung. Echte Allergien auf Toner sind bisher selten nachgewiesen worden. Die gemessenen Raumluftkonzentrationen liegen weit unter den derzeit gültigen Arbeitsplatzgrenzwerten.» Sogar Menschen, die tagein tagaus intensiv mit modernen Bürogeräten zu tun haben, sind in der Regel keinem Gesundheitsrisiko ausgesetzt. «Biomonitoring- Untersuchungen zeigen keine Anhaltspunkte für eine erhöhte Belastung mit Schwermetallen oder Lösungsmitteln», erklärt Dr. Jost.

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Trotzdem gibt es Personen, die in der Umgebung von laufenden Bürogeräten Augenreizungen, Niesreiz, Nasenlaufen, Husten und Atembeschwerden bekommen. Erklären kann man sich das mit einer Überempfindlichkeit der Nasen- und Bronchialschleimhaut. Dr. Jost: «Die Universität Giessen ist mit einer Pilotstudie diesem Problem nachgegangen. Sie kam zum Schluss, dass es sich bei diesen Personen weder um eine Allergie noch um eine Entzündung der Atemwege, sondern um eine unspezifische Reaktion handelt.» In den allermeisten Fällen verschwinden diese Symptome, wenn man einfache Massnahmen wie bessere Lüftung oder einen Transfer der Bürogeräte in einen separaten Raum trifft. Bei älteren Geräten ist ein Ersatz durch ein neues, emissionsärmeres mit dem Umweltzertifikat «der blaue Engel» oder auch bloss der Wechsel des Tonermaterials zu prüfen. Dr. Jost: «Wenn all diese Massnahmen nicht weiterhelfen, sollten arbeitsmedizinische Abklärungen getroffen werden, um diese Beschwerden durch geeignete Massnahmen zu verhüten.»

Umgang mit Kopierern und Laserdruckern

  • Bedienungsanleitung genau beachten
  • Geräte in einem gut belüfteten und genügend grossen Raum aufstellen
  • Geräte mit hoher Leistung in separaten, ausreichend gelüfteten Räumen installieren und allenfalls mit einer Absaugung versehen
  • Ablüftung der Geräte nicht gegen Personen richten
  • Geräte regelmässig warten
  • Geschlossene Tonersysteme wählen
  • Tonerkartuschen nicht gewaltsam, sondern nur nach Anweisung des Herstellers öffnen
  • Verunreinigungen durch Toner mit feuchtem Tuch aufnehmen. Verunreinigte Haut mit Wasser und Seife waschen. Wenn Toner in die Augen gelangt, 15 Minuten lang mit Wasser spülen. Falls Toner in den Mund gelangt, mit grossen Mengen kalten Wassers ausspülen. Nicht warm oder heiss spülen, da der Toner sonst klebrig wird.
  • Papierstau vorsichtig beheben, damit nicht unnötig Staub aufgewirbelt wird.
  • Beim Nachfüllen von Tonerpulver oder Flüssigtoner Einweghandschuhe benutzen.

Weitere Infos: http://www.suvapro.ch

Drucken15.07.2009