VorsorgeBewegung und Sport

Frauen ticken anders

Frauen ticken anders als Männer, auch beim Sport.

Fitness, Selbstwertgefühl und Gewichtskontrolle

Sport tut auch der Frau in jeder Hinsicht gut: Er erhöht Agilität und Fitness, verbessert das Körperbewusstsein, steigert das Selbstwertgefühl und ermöglicht ganz nebenbei eine Gewichtskontrolle. Für viele Frauen ist das sogar der wichtigste Grund, sich sportlich zu betätigen. Zudem schützt regelmässige Bewegung bekanntlich vor Krebs, Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Diabetes und Osteoporose.

Zuviel ist ungesund

Dies gilt ganz besonders im Sport. Zum einen kann es zu hartnäckigen Verletzungen durch Fehl- oder Überlastung kommen. Zum anderen besteht im Frauensport ein enger Zusammenhang zwischen körperlicher Dauerbelastung und Funktionsstörungen der Eierstöcke. In ausgeprägten Fällen sind sogar schwere Stoffwechsel- und Hormonstörungen möglich, im Extremfall das Vollbild der «female athlet triad»: Die betroffene Frau leidet an einer Essstörung, am Ausbleiben der Regelblutung und an Osteoporose.

Anders als beim Mann

Die frauentypische X-Bein-Stellung ist unter Belastung anfällig für Knie- und Fussbeschwerden. Eine sorgfältige Untersuchung und gute Beratung, am besten kombiniert mit einer Laufanalyse und Schuhberatung, kann entsprechende Probleme verhindern.

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Leistungsdruck und Körperideale

Die Pubertät, Sportdisziplinen mit tiefem Körpergewicht wie beispielsweise Kunstturnen, hoher Leistungsdruck oder eigene verzerrte Körperideale sind Risikosituationen für ungesunde Fehlentwicklungen. Die ersten Symptome sind häufi g nur Müdigkeit und Schwäche oder äussern sich in einer vermehrten Infekt- oder Verletzungsanfälligkeit. In solchen Fällen ist ein aufmerksames und erfahrenes medizinisches Auge sowie eine sorgfältige körperliche Untersuchung nötig. Zusätzlich sind Stoffwechsel- und Hormonuntersuchungen unverzichtbar.

Eisen und Calcium

Eventuelle Eisenmangelzustände sowie der Calcium- und Knochenhaushalt bei sportlich aktiven Frauen verdient besondere Beachtung. Ab dem 25. Lebensjahr verliert eine Frau pro Jahr bis 0,5 Prozent ihrer Knochendichte. Bleibt die Menstruation aus, beträgt der Verlust an Knochenmasse sogar bis zu 6 Prozent pro Jahr. Die Folge sind Überlastungsbrüche, sogenannte Stressfrakturen, zum Beispiel an Fuss oder Hüfte. Für den Sportmediziner sind sie in jedem Fall ein Alarmzeichen.

Vorbeugen ist besser als heilen

Die Frau ist ein Gewinn für den Sport, der Sport ist ein Gewinn für die Frau. Damit dies für alle sportlich aktiven Frauen gilt, muss die sportmedizinische Betreuung möglichst früh Risikosituationen erfassen können und die Betroffenen einer Vorbeugestrategie oder einer Behandlung zugeführt werden.

http://www.sportklinikbirshof.ch

Drucken04.09.2009