VorsorgeBewegung und Sport

Krampf mit den Muskeln

Sportarzt Dr. Hans Spring sagt, weshalb viele körperlich aktive Menschen zu wenig Magnesium haben.

Welche Rolle spielt Magnesium für die Muskulatur?

Magnesium hat eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur. Es stabilisiert die Zellmembranen und kontrolliert so die Muskelerregbarkeit. Magnesium spielt aber auch eine wichtige Rolle im muskulären Energiestoffwechsel. Zudem ist Magnesium bei über 300 Stoffwechselprozessen beteiligt.

Wie hängt der Magnesium-Bedarf und die Intensität beziehungsweise Häufi gkeit von sportlichen Aktivitäten zusammen?

Je umfangreicher und intensiver eine körperliche Belastung ist, desto mehr Magnesium wird benötigt. Sportler haben einen stark erhöhten Energiestoffwechsel und deshalb einen viel höheren Magnesiumbedarf.

Wo liegen die Ursachen für Wadenkrämpfe bei Hobby- und Leistungssportlern? Welche Bedeutung hat hier Magnesium?

Oft ist die Wadenmuskulatur verkürzt und wird dadurch bei sportlichen Aktivitäten überbelastet, was Krampferscheinungen auslösen kann. Ein Magnesiummangel erhöht die Krampfbereitschaft zusätzlich.

Wie lassen sich Wadenkrämpfe vermeiden?

Durch regelmässiges gezieltes Stretching zur Prävention einer verkürzten Wadenmuskulatur, Vermeiden von muskulären Überbelastungen und durch genügende Magnesiumzufuhr.

Was soll man an Ort und Stelle tun, wenn man einen Krampf bekommt?

Den von einem Krampf betroffenen Muskel konsequent in die Dehnstellung bringen: entweder selbstständiges Stretching oder unter gütiger Mithilfe eines Helfers oder einer Helferin. Der Schmerz lässt bald nach, wenn die betroffenen Muskeln gedehnt werden.

Steigt der Magnesium-Bedarf im Sommer?

Durch vermehrte Outdoor Aktivitäten und verstärktes Schwitzen ist der Bedarf an Magnesium in warmen Jahreszeiten in der Regel höher.

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Wie kommt es zu Magnesium-Mangel?

Einerseits über erhöhten Verlust via Schweissbildung, andererseits durch ungenügende Magnesiumzufuhr in der Ernährung oder durch gesteigerten Bedarf aufgrund eines sehr aktiven Lebensstils oder einer chronischen Erkrankung. Ein erhöhtes Risiko für Magnesiummangel haben Leistungs- und Breitensportler, schwangere und stillende Frauen, Diabetiker und Patienten, die harntreibende Mittel nehmen müssen.

Welche Sportarten führen zu einem besonders hohen Magnesium-Bedarf?

Ausdauersportarten: Durch den höheren Energiestoffwechsel wird der Magnesiumumsatz erhöht, und über die Schweissproduktion geht viel Magnesium verloren.

Was soll man bei Magnesium-Mangel machen?

Um die leeren Magnesiumspeicher zu füllen, soll man zusätzlich zur normalen Ernährung über längere Zeit Magnesium in Form von Tabletten, Brausetabletten oder Pulver nehmen. Um eine optimale Aufnahme zu gewährleisten, nimmt man die erforderliche Tagesdosis am besten nicht aufs Mal, sondern verteilt sie auf zwei bis drei Portionen. In akuten Fällen kann man hoch dosiertes Magnesium zusätzlich während oder unmittelbar nach einer körperlichen Belastung zu sich nehmen.

Wie hoch ist der Tagesbedarf?

Der Tagesbedarf von Magnesium liegt beim Erwachsenen bei 350 bis 400 Milligramm, bei schwangeren und stillenden Frauen bei 450 bis 500 mg. Über die Nahrung können pro Tag 300 bis 600 Milligramm zugeführt werden. Davon können allerdings vom Darm nur 20 bis maximal 50 Prozent aufgenommen werden. Das erklärt, weshalb intensive körperliche Belastung, Schwangerschaft und Stillen fast unweigerlich zu einem Magnesiummangel führen.

Spielt es eine Rolle, ob man organisches oder anorganisches Magnesium nimmt?

Organisches Magnesium wie Magnesiumcitrat oder -aspartat wird von der Darmschleimhaut generell besser aufgenommen als anorganische Verbindungen wie beispielsweise Magnesiumoxid.

Drucken29.07.2010