VorsorgeBewegung und Sport

Zwick in den Hintern

Wer kennt sie nicht – die Unzufriedenheit mit der Problemzone Po.

Man kann nicht behaupten, dass er zu wenig Aufmerksamkeit erhält: Er bekommt schon mal einen sanften Klaps oder einen kräftigen Tritt und ist auch im Bereich der Erotik nicht gerade von geringer Bedeutung. Auch regt er unsere Phantasie immer wieder an, wenn es um kreative Schimpfwörter geht: unser Hintern.

Das Gesäss besteht aus den Sitzbeinen des Beckens als knöcherner Grundlage, den Gesässmuskeln und ausgeprägten Fettpolstern, vor allem unter der Haut. Der grosse Gesässmuskel ist nach dem Kaumuskel der stärkste Skelettmuskel des menschlichen Körpers und ermöglicht als Strecker des Hüftgelenks überhaupt erst das Gehen und Stehen. Ausser der aufrechten Haltung erlaubt das Gesäss dank seiner Fettpolster auch längeres Sitzen. Es stellt nach dem Bauch das grösste Fettdepot dar. Die Gesässbacken bestehen zu rund einem Drittel bis weit über die Hälfte aus Fett, was somit – nebst dem Geschlecht und dem allgemeinen Ernährungszustand – für die Form und Grösse des Allerwertesten verantwortlich zeichnet.

Unzufrieden – was nun?

Es gibt zwei Körperregionen, welche bei den meisten Menschen die grösste Unzufriedenheit auslösen und auch immer wieder Anlass geben, Fragen zum Training zu stellen: Die erste Zone ist der Bauch, die zweite das Gesäss und die äussere Oberschenkelmuskulatur. Es empfiehlt sich, ein spezifi sches Übungsprogramm für diese Regionen zu machen und dabei den folgenden Grundsatz nicht zu vergessen: Nur bei Reduktion des gesamten Körperfettanteils können längerfristig die vorhandenen Problemzonen verändert werden. Ein parallel durchgeführter und kontrollierter allgemeiner Gewichtsverlust ist Voraussetzung für den Erfolg.

  • 11

Das Trainingsprogramm für den Po

Irène Wyss, Leiterin Physiotherapie und Sport physiotherapie der Hirslanden Sportklinik Birshof, stellt Ihnen ein spezifisches Übungsprogramm zur Kräftigung der Gesässund der Beinmuskulatur vor. Das Programm besteht aus 17 unterschiedlichen Übungen, mit denen Sie verschiedene Muskelgruppen der Gesäss- und Oberschenkelregion trainieren können. Idealerweise machen Sie diese Übungen 2- bis 3- mal pro Woche während 20 Minuten.

Zum Programm gehört auch ein gezieltes und regelmässiges Ausdauertraining für den allgemeinen Gewichtsverlust. Es sollte 2- bis 3-mal wöchentlich während 30 bis 45 Minuten erfolgen. Für ein solches Training der Ausdauer und der Aktivierung des Stoffwechsels eignen sich folgende Sportarten hervorragend: Walking, Nordic Walking, Fahrradfahren und Schwimmen. Dabei wird die Bein- und Gesässmuskulatur zusätzlich beansprucht.

Wie bei jedem Training zum Gewichtsverlust oder zur Gewichtskontrolle sollten Sie sich an ein angenehmes «Sprechtempo» halten, das heisst, während des Trainings sollten Sie mit jemand noch ohne Schwierigkeiten plaudern können. Um verschiedene Trainingsreize zu setzen, lohnt es sich, die Bewegungsformen zu wechseln, das heisst, unterschiedliche Sportarten auszuüben.

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis: Auch wenn Sie den Erfolg des vermehrten Trainings nicht gleich im Spiegel oder an der Weite Ihrer Lieblingsjeans erkennen können, geben Sie nicht auf, und bleiben Sie geduldig. Ein Erfolg wird sich nach 8 bis 12 Wochen regelmässigem Training einstellen. Also: Kneifen Sie sich in den Hintern!

Drucken03.10.2010