VorsorgeNichtrauchen

Zehn Jahre länger leben

Hören Sie an der Schwelle zum neuen Jahr mit Rauchen auf.

Wahrscheinlich haben Sie es satt, zum hundertsten Mal zu hören, dass Rauchen der Gesundheit schadet. Das wissen Sie selber. Sie haben auch bestimmt die Nase gestrichen voll von den vielen Versuchen, Ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen, weil Sie andere gefährden und hohe Kosten verursachen würden, und sicher sind Sie auch der vielen Rauchverbote überdrüssig, mit denen Sie mehr und mehr konfrontiert werden, sei es in Restaurants oder der SBB. Und dennoch sollten Sie jetzt diesen Text lesen. Wenn Sie es nicht tun, kann Ihnen das zehn Jahre Ihres Lebens kosten. Wenn Sie es machen und mit Hilfe der Memos auf der nächsten Seite und Ihre Arztes den Ausstieg schaffen, werden Ihnen zehn wertvolle Lebensjahre geschenkt.

Denken Sie jetzt nur einmal an sich selber. Der Wechsel in ein neues Jahr ist der richtige Zeitpunkt dazu. Oder haben Sie etwa Lust, schon mit 45 oder 50 einen Herzinfarkt zu erleiden, der womöglich noch tödlich endet? Das ist keine Drohung, sondern für Raucher ab 40 bittere Realität. Besonders ab 40 ist Rauchen extrem gesundheitsschädigend und gefährlich, weil es in diesem Alter meistens auch noch mit anderen Gesundheitsrisiken wie hoher Blutdruck und zu viel Cholesterin im Blut einhergeht. Raucher haben gemäss einer neuen Studie aus Oxford mit fast 20 000 Männern, die in der angesehenen Medizinzeitschrift British Medical Journal veröffentlicht wurde, eine um zehn Jahre verkürzte Lebenserwartung als ihre nichtrauchenden Geschlechtsgenossen. Schuld sind meistens frühe Herzinfarkte. Dasselbe nimmt man für Frauen an. Die gute Nachricht: Wer in diesem Alter das Rauchen aufgibt, schenkt sich im Gegenzug zehn Jahre, und das in der besten Zeit des Lebens.

Sicher haben Sie schon davon gehört, dass Rauchen in der Schweiz jedes Jahr 9000 Todesfälle und Kosten von fünf Milliarden Franken verursacht. Doch was sind schon solche abstrakten Zahlen? Was ist, wenn Sie im nächsten Jahr zu diesen 9 000 Menschen gehören? Haben Sie schon an all jene gedacht, die Ihnen anvertraut sind?

Es gibt tausend Gründe, um mit dem Rauchen aufzuhören. Doch einer ist der wichtigste: Ihre Gesundheit! Keine andere Massnahme ist für Ihr Wohlbefinden so wirksam wie der Rauchstopp. Wenn Sie jetzt denken, «das schaffe ich doch nicht», verscheuchen Sie diesen Gedanken so schnell, wie er gekommen ist. Natürlich gelingt Ihnen das, so wie tausend anderen auch. Sie müssen nur fest an sich und Ihre Fähigkeiten glauben, etwas in Ihrem Leben zu verändern. Der Jahreswechsel ist der ideale Zeitpunkt dazu. Überlegen Sie nicht, was Sie mit dem Rauchstopp verlieren, sondern was Sie gewinnen können: an Gesundheit, Wohlbefinden, Freiheit, Freizeit und Geld.

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Die meisten Raucher möchten früher oder später aufhören. Die Erfolgschancen waren noch nie so gut wie heute. Dank medikamentöser Behandlung lassen sich die Entzugserscheinungen mildern und die Aussichten, die Gewohnheit dauerhaft aufzugeben, deutlich verbessern. Seit Kurzem gibt es nämlich Tabletten, die speziell für die Raucherentwöhnung entwickelt wurden. Die Einjahres-Erfolgsraten liegen drei- bis viermal höher als beim Entzug ohne Medikamente. Der zweifache Wirkmechanismus mildert die Entzugssymptome und das Verlangen nach Nikotin. Der Wirkstoff greift genau dort ein, wo die Abhängigkeit erzeugt wird, nämlich an den Bindungsstellen des Nikotins im Gehirn. Indem er mit dem Nikotin um dieselben Andockstellen konkurriert, mindern die Tabletten beim Rauchen den Genuss und das Belohungsgefühl. Eine Standard- Therapie dauert zwölf Wochen. Nach neuen Studien hilft eine Verlängerung auf vierundzwanzig Wochen, Rückfällen vorzubeugen und die Abstinenzraten zusätzlich zu erhöhen. Ganz speziell gilt das auch für starke Raucher. Die Abstinenzrate steigt im Gegensatz zu den meisten anderen Behandlungsmöglichkeiten im Laufe der ersten Behandlungswochen an. In allen wichtigen Industrienationen gehört die Rauchstopppille gemäss den neusten Empfehlungen zur Erstlinientherapie der Nikotinsucht. Wichtig ist, dass sie in ein klares ärztliches Konzept eingebettet ist. Keinen Sinn macht die Tablette bei Menschen, die sich bloss für die neue Behandlung interessieren, ohne das Rauchen wirklich aufgeben zu wollen.

In letzter Zeit war vermehrt zu lesen, die Rauchstopppille erhöhe das Risiko für Suizide und Depressionen. Eine ganz neue Studie, veröffentlicht im British Medical Journal, schafft jetzt Klarheit: Es gibt kein solches Risiko. Die Wissenschaftler betonen, dass bei solchen Diskussionen der gesundheitliche Nutzen eines langfristigen Rauchstopps ohnehin viel höher zu gewichten ist als irgendwelche theoretische Risiken, zumal die Rauchstopppille ihre Wirksamkeit eindrücklich unter Beweis gestellt hat.

Vielleicht kommen Sie zum Schluss, dass Ihnen das Rauchen längst keinen Genuss mehr bereitet, dass es nur noch reine Gewohnheit ist. Vielleicht ist es nur noch die Angst vor dem Entzug, die Sie zurückhält. Wahrscheinlich beschert Ihnen das Rauchen nach all den Jahren mehr Nach- als Vorteile. Den Stress, den Sie mit der Zigarette bekämpfen wollen, haben Sie ohnehin. Dazu kommt der Stress, immer und überall Zigaretten verfügbar zu haben. Der kurze Kick, den das Nikotin mit sich bringt, ist schnell verrauscht. Versuchen Sie sich in den nächsten Tagen an folgenden Gedanken zu gewöhnen: Ich muss nicht mehr rauchen, ich habe es gar nicht mehr nötig. Und vielleicht geht es mir gar nicht so schlecht, wenn ich aufhöre. Ihr Arzt ist dazu da, Ihnen die Angst vor dem Entzug zu nehmen und Sie davon zu befreien, etwas nur deshalb zu tun, weil sie glauben, nicht anders zu können. Ihr Arzt hat neue Wege und Mittel, die Ihnen den Entzug massiv erleichtern und Ihnen das unstillbare Verlangen nach der Zigarette nehmen. Gehen Sie zu Ihrem Arzt. Und machen Sie sich das schönste Geschenk, das es gibt: Gesundheit.

Anleitung für den erfolgreichen Rauchstopp

  • Mit dem Willen nicht übertreiben. Schon mein Wunsch, in nächster Zeit mit Rauchen aufzuhören, ist viel wert.
  • Ich bleibe cool. es kann mir nichts passieren. Millionen von Menschen haben es schon geschafft. Also schaffe ich es auch.
  • Ich denke nicht: «Jetzt darf ich das ganze Leben nicht mehr rauchen.» ich verzichte mal nur auf die eine, nächste Zigarette.
  • Ich will meine Raucherautomatismen knacken. Ich finde heraus, wann und in welchen Situationen ich rauche.
  • Ich treffe mit meinem Arzt eine Vereinbarung. Er unterstützt mich medizinisch und moralisch und kennt wirksame Medikamente für den Entzug.
  • Ich entferne alles, was mich ans Rauchen erinnert. Die Zigarette muss aus meinem Kopf – und aus meinem Leben verschwinden. Das Leben gehört von nun an mir.
  • Ich suche mir alternative Belohnungen. Für die Pausen bei der Arbeit, während dem Telefonieren, nach dem Essen und so weiter.
  • Was sind mögliche Auslöser fürs Rauchen? Kritische Situationen im Voraus planen und entschärfen.
  • Keine Ausnahmen. Sie führen direkt zum Rückfall. Und wenn ich doch mal patze, ist das nicht das Ende. Jeder weitere Versuch erhöht die Chancen zusätzlich.
  • Schon kleine Änderungen genügen, um nicht mehr in die Raucherfalle zu tappen.
  • Ich bespreche meinen Aufhörversuch mit meinen Liebsten und informiere auch meine Freunde und Kollegen. Je enger das Netz, desto besser.
Drucken20.12.2009