Bauchgefühle
Wer den Bauch trainiert, fühlt sich besser und wird schöner.
Der Bauch ist Hort der Gefühle, der Intuition und der Wahrheit. Bauch ist Schöpfung und Ursprung neuen Lebens. Der Bauch ist Schönheit, Zärte, Geborgenheit und Wärme. Der Bauch ist Haltung, Stolz, Würde und Ansehen. Es gibt die Weisheit des Bauches. Und es gibt kein Wissen ohne Gefühle. Das Bauchgefühl arbeitet schnell, mühelos, ganzheitlich und integrativ, im Gegensatz zum logischen Denken, das meist anstrengend, aufwendig und langsam ist. Die Intuition des Bauches wird gespeist aus unseren Erinnerungen, Sinneseindrücken und Empfindungen, ohne dass uns der Lernprozess bewusst wird. Das Gelernte steht uns bei Bedarf plötzlich und unerklärlich zur Verfügung. Wer eines dieser beiden Systeme ausblendet, beraubt sich eines wesentlichen Teils seiner Orientierungsmöglichkeiten – gleich ob er sich dem rationalen oder dem emotionalen Teil verschliesst.
Bis 90 Prozent der Entscheidungen im Alltag werden aus dem Bauch heraus getroffen. Er ist wie ein Autopilot, der für uns entscheidet, wenn wir am Duschgelregal stehen oder am Waschmittelregal. Dann müssen wir nicht nachdenken, sondern entscheiden eben aus dem Bauch heraus. Während wir bewusst gerade einmal 50 Informationseinheiten in der Sekunde verarbeiten können – das entspricht vier bis fünf Eigenschaften – , schafft unser Autopilot deutlich mehr, nämlich elf Millionen Informationseinheiten pro Sekunde. Würden wir auch nur versuchen, die Leistungsfähigkeit unseres unbewussten Arbeitsspeichers ins Bewusstsein zu holen, wären wir vollkommen überfordert. Wir wären in der Dauerschleife des Abwägens von Pro und Kontra gefangen. Nicht einmal die einfachsten Entscheidungen könnten wir ohne das Bauchgefühl treffen.
Auch rein äusserlich sollten wir dem Bauch viel mehr Beachtung schenken. Der Mensch steht aufrecht und ist, um sich in dieser aufrechten Position zu stabilisieren, ganz wesentlich auf seine Muskulatur an Bauch, Beckenboden, Rumpf und Rücken angewiesen. Die Bauchmuskulatur ist ein Teamplayer und muss über ausreichende Kraft und Dehnungsmöglichkeit verfügen, um sich im Zusammenspiel mit der Rückenmuskulatur die Waage halten zu können und den Rumpf stabil zu halten. Erst die Kraft der Muskulatur ermöglicht eine gerade Haltung des Oberkörpers. Bei schwacher Bauchmuskulatur kippt das Becken nach vorne. Als Folge davon erschlafft die Beckenbodenmuskulatur, die Lendenwirbelsäule gerät in eine vermehrte Hohlkreuzstellung, Überlastungsprobleme und haltungsbedingte Beschwerden im Rücken- und Beckenbereich, mitunter auch Oberschenkelprobleme, sind die Folge.
Es lohnt sich, die Bauch- und Beckenbodenmuskulatur regelmässig zu trainieren, idealerweise eingebettet in ein angepasstes Fitness- und Konditionsprogramm. Eine gute Körperhaltung, mehr Wohlbefinden und eine schönere Silhouette sind die Belohnung. Der Effekt ist bereits nach wenigen Wochen unübersehbar. Die Bauchmuskeln bauen sich schnell auf, wenn man sich um sie kümmert. Bei fast jeder Sportart lassen sich spezielle Bauchübungen einbauen. Achten Sie einfach darauf, dass Sie die Bauchmuskeln so oft wie möglich anspannen. Das funktioniert beim Laufen, Stehen oder Radfahren. Die entsprechenden Übungen können Sie auch zu Hause oder im Büro machen.
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