VorsorgeUnfallverhütung

Chemikalien

Der Umgang mit Reinigungsmitteln, Farben, Lacken und Klebstoffen verzeiht keine Fehler.

Alle wollen möglichst grün und naturverbunden sein. Im Verkehr wie im Haushalt. Grün ist die Farbe des Frühlings. Doch was machen wir beim Frühlingsputz wirklich? Wir verwenden zum Reinigen und zum Pflegen womöglich gefährliche Chemikalien. Aber nicht nur Hausmittel, auch Produkte für den Heimwerker und fürs Auto wie Farben, Lacke, Klebstoffe oder Dichtschäume können gefährliche Chemikalien enthalten.

Leider passieren mit diesen chemischen Produkten immer wieder Unfälle. Das Tox-Zentrum wurde 2009 in mehr als 7000 Fällen wegen Giftkontakten mit Haushaltsprodukten kontaktiert. Die Vorfälle laufen zwar meistens glimpflich ab. Immer wieder kommt es aber zu schweren Vergiftungen, Verbrennungen und Gesundheitsschäden.

Zu den grössten Gefahren zählen Vergiftungen durch Verschlucken. Beispielsweise, weil Putzmittel oder andere Flüssigkeiten unbeschriftet aufbewahrt werden – oder noch schlimmer – in Getränkeflaschen umgefüllt wurden. Sehr häufig sind Kinder von Vergiftungen betroffen, etwa, wenn die verführerisch bunten Spülmitteltabs in der Schublade neben der Abwaschmaschine aufbewahrt werden.

Einige Produkte sind nicht erst beim Verschlucken gefährlich, sie schädigen bei wiederkehrender Anwendung die Haut, weil sie aggressive und entfettende Substanzen enthalten. Wiederum andere Mittel können Hautallergien auslösen.

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Auch Dämpfe können bereits schädlich sein. Vor allem dann, wenn die Produkte grossflächig aufgetragen oder versprüht werden. Ein stechender, tränenreizender Geruch lässt Sie hoffentlich bald ein Fenster öffnen oder veranlasst Sie, Ihre Schuhe im Freien zu imprägnieren. Aber auch Dämpfe, die angenehm süsslich riechen oder sogar geruchlos sind, führen häufig zu Beschwerden, im besten Fall zu Kopfschmerzen.

Dämpfe können aber nicht nur die Gesundheit schädigen, sie können auch brennbar sein und explosive Gemische mit der Luft bilden. Ein Gefahrenhinweis auf der Dose des Imprägniersprays macht den Konsumenten auf dieses Risiko aufmerksam. Wie bei anderen gefährlichen chemischen Produkten geben auch hier Piktogramme und kurze Texte dem Anwender wichtige Informationen über die Gefahren und die richtige Verwendung. Mit dieser Kennzeichnung liessen sich viele Vorfälle und viel Leid verhindern, wenn sie konsequent beachtet würde.

Eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit kommt aber leider zum Schluss, dass die Gefahrenhinweise immer noch zu wenig ernst genommen werden. Viele Konsumenten bewerten die Gefährlichkeit eines Produkts offenbar anhand anderer Kriterien. So halten sie etwa ein Produkt fälschlicherweise für ungefährlich, wenn sie es im Supermarkt in Selbstbedienung aus dem Regal genommen haben oder wenn es grün eingefärbt ist.

Kennzeichnung

Gefährliche chemische Produkte erkennt man an den Gefahrenpiktogrammen.

Gesundheitsschädliche Produkte werden mit einem Kreuz gekennzeichnet. Bei einem neuen Kennzeichnungssystem ist es das Ausrufezeichen.

Brennbare Flüssigkeiten und Spraydosen mit brennbarem Inhalt werden mit der Flamme gekennzeichnet.

Neben den Piktogrammen sind auch die Gefahren konkreter aufgeführt (z.B. «Gesundheitsschädlich bei Berührung mit der Haut»). Ebenso sind die entsprechenden Schutzmassnahmen aufgelistet (z.B. «Berührung mit der Haut vermeiden»).

Wer auf einer Verpackung noch die Giftklasse sucht, wird keine finden: Es gibt sie seit 2005 nicht mehr! Machen Sie also nicht den Fehler und schliessen auf die Ungefährlichkeit eines Produkts, nur weil es nicht mit einer Giftklasse gekennzeichnet ist.

Drucken02.04.2011