Ohne Knochen geht nichts
Was macht man, wenn für einen guten Biss zu wenig Knochen da ist?
Es ist eine Krux mit dem Alter. Die Zähne fallen langsam heraus, der Knochen schwindet, eine Prothese wird nötig. Doch gerade im reiferen Alter möchte ein jeder sozial aktiv sein, auswärts essen und sich noch möglichst lange des Lebens erfreuen. Kann man das wirklich, wenn man ständig mit der Angst leben muss, dass die Prothese beim Kauen nicht hält oder die Zähne für alle hörbar klappern? Oder was ist mit dem Geschmack, der nicht mehr da ist, weil der ganze Gaumen von der Prothese beschlagnahmt wird?
Akzeptieren muss man das heute alles nicht mehr. Der Knochen, der nötig ist, um festsitzende Implantate aufzunehmen, kann wieder aufgebaut und langfristig behalten werden, weil er nun wieder auf natürliche Weise beim Kauen belastet wird. Um die Knochendefi zite aufzufüllen, wird entweder eigener oder tierischer beziehungsweise synthetischer Knochen verwendet. Der menschliche Körper verfügt normalerweise über genügend Knochenreservoirs, die als Spendenareale dienen. In der Regel werden ganze Knochenblöcke entnommen und im Ober- oder Unterkiefer eingesetzt und mit Schrauben fi xiert. Je nach benötigter Menge nimmt man den Knochen vom Unterkiefer, Beckenkamm oder vom Schädel. Bis sich das eingesetzte Material mit dem Kieferknochen verbunden hat und vollständig eingeheilt ist, vergehen sechs bis acht Monate. Danach können die Implantate eingesetzt werden, die wiederum als Halte-Elemente für die späteren Zähne dienen.
Solche Knochenaufbauten gelten heute als Routineoperation. Sie sind notwendig bei kleinen lokalen Knochendefekten bis hin zu ausgeprägtem Knochenschwund am gesamten Kiefer, wenn Patienten schon mehr als zwanzig Jahre zahnlos sind. Eine Operation mit Knochenentnahme und Kieferaufbau kann sowohl in lokaler Betäubung als auch in Vollnarkose stattfi nden. Normalerweise wird der Eingriff ambulant durchgeführt. Bei ausgeprägtem Knochenschwund und bei grosser Knochenentnahme kann ein stationärer Aufenthalt von zwei bis drei Tagen notwendig werden. Das Operationsgebiet ist während zwei bis vier Wochen leicht geschwollen. Schmerzen sind an der Entnahmestelle während vier Wochen zu erwarten. Es ist wichtig, in solchen Situationen vorher zu klären, ob die Krankenkasse einen Teil der Kosten übernimmt.








