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Was tun, wenn die Blase tropft?

Bei Inkontinenz nicht auf Windeln setzen, sondern frühzeitig zum Spezialisten gehen, sagt Frauenarzt Dr. Glenn Füchsel.

Woman in the toilet

Ursachen statt Symptome bekämpfen. Und dazu die korrekte Diagnose stellen. «Nur, so hat man eine Chance auf Heilung», sagt der erfahrene Gynäkologe. Obwohl es nur drei Arten möglicher Inkontinenz gibt, werde längst nicht jede betroffene Frau richtig abgeklärt.

Jede zweite Frau über 65 leidet

«Sehr viele melden sich an und sagen ‹Ich hab’s mit der Blase›. Manchmal sind es Senkungen, oft sind es Entzündungen, und immer mehr Frauen kommen wegen unfreiwilligem Urinverlust. Nach neusten Studien leidet jede zweite Frau über 65 unter Blasenschwäche und ihren lästigen Folgen. Leider werden Probleme mit der Blase häufig noch unter dem Mantel der Verschwiegenheit tabuisiert. Die meisten Frauen warten zu lange. Bevor sie sich einem Gynäkologen offenbaren, haben sie schon viel Geld für medizinische Hilfsmittel ausgegeben. Hilfsmittel, die eigentlich gar nicht helfen, sondern nur Symptome bekämpfen und letztlich nicht glücklich machen.»

Dr. Füchsel spricht an, dass Binden und Inkontinenzhöschen zwar Urin auffangen, dass sie aber nicht die Lösung des Problems sein können. «Es gibt demgegenüber einfache und unkomplizierte Mittel, die den Abgang von Urin stoppen. Manchmal genügen hormonhaltige Scheidenzäpfchen, die ihre Wirkung nur dort entfalten, wo es nötig ist, und nicht den ganzen Organismus belasten. Manchmal bringt schon Beckenbodengymnastik Linderung oder sogar Heilung.» Und wenn keine konservative Massnahme hilft, kennt der Frauenarzt weitere Möglichkeiten. «Gerade im Gebiet von Urologie und Gynäkologie wurden in den letzten zwanzig Jahren sensationelle Produkte und neue Operationsverfahren entwickelt. Eingriffe sind schnell und unkompliziert. Mit Erfolgsquoten von über 90 Prozent.»

Dranginkontinenz oder Belastungsinkontinenz

Die richtige Diagnose ist das A und O. Damit der Arzt sie stellen kann, muss er seiner Patientin genau zuhören. Er muss wissen, wie sich ihre Blase in verschiedenen Situationen verhält. «Wenn ich trotz sorgfältiger Anamnese noch nicht sicher bin, ob meine Einschätzung stimmt, benutze ich einen Inkontinenzfragebogen oder ergänze die Untersuchung mit einer Blasendruckmessung. So kann ich sehr schnell aufdecken, ob es sich um eine Dranginkontinenz oder eine Belastungsinkontinenz handelt. Oder ob es eine Mischform ist. Das ist wichtig, denn mit einer falschen Diagnose kann man grossen Schaden anrichten.» Inwiefern? Dr. Füchsel: «Wenn man die beiden Krankheiten vertauscht, kommt es nicht gut. Die Stressinkontinenz sollte man mit einer Schlinge behandeln, die Dranginkontinenz mit den neusten Medikamenten.»

Wie bringen Sie die Frauen dazu, von der Symptomtherapie auf die Ursachentherapie umzusteigen? «Wenn eine Frau zu mir kommt, ist sie bereit, das Problem von Grund auf anzugehen. Eine wirkungslose Symptomtherapie hat sie oft schon hinter sich. Und dann rede ich Klartext. Das schätzen die meisten Frauen. So finden wir gemeinsam die beste Lösung. Jede Frau ist nämlich wieder anders und jede Blase eben auch.»

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Dr. med. Glenn Füchsel
www.pallas-kliniken.ch/fuechsel
Tel. 056 249 33 77 (Frauenarztpraxis Bad Zurzach)