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Weniger Unfälle dank mehr Bewegung

RENNEN

Kohlenhydratreiche Mahlzeiten, genügend Wasser trinken sowie am ­Wettkampftag den Körper bis kurz vor dem Startschuss warmhalten – mit der ­richtigen Vorbereitung wird jeder Laufevent zum Erfolgserlebnis.

Corinne ­Decurtins, Projektleiterin Bewegung und Laufsport bei der Suva, erklärt, wieso mehr Bewegung die Unfallzahlen senkt.

Welche Vorteile haben Menschen, die sich ausreichend bewegen?

Sie sind in der Regel belastbarer, leistungsfähiger und haben ein kleineres Unfallrisiko als Inaktive. Bewegung wirkt sich ausserdem positiv auf das psychische Wohlbefinden und die Anzahl Lebensjahre aus. Durch regelmässige körperliche Aktivität kann das Risiko für weit verbreitete Krankheiten und Beschwerden wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes reduziert werden.

Wie viel Bewegung empfehlen Sie?

Ein Erwachsener sollte sich gemäss der Schweizerischen Bewegungsempfehlung mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche mit mittlerer Intensität – leicht beschleunigter Atem – oder eine gute Stunde mit hoher Intensität bewegen. Bestenfalls werden die Aktivitäten auf mehrere Wochentage verteilt. Besonders wichtig ist, dass man die Bewegungszeiten bewusst im Alltag einplant.

Wieso gehört das Laufen zu den beliebtesten Sportarten in der Schweiz?

Ich denke, die Gründe sind so einfach wie das Laufen selber: Kaum eine Sportart ist so orts- und zeitunabhängig und kann ohne grossen materiellen Aufwand betrieben werden.

Aller Anfang ist schwer. Welches sind die Grund­voraussetzungen für den Einstieg in den Laufsport?

Laufsport ist für alle geeignet, sofern die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind. Laufeinsteiger sowie Personen, die schon länger keinen Sport mehr getrieben haben, sollten ihren Gesundheitszustand vorgängig von einem Sportmediziner überprüfen lassen – besonders, wenn sie über 40 Jahre alt sind.

Der Einstieg ist geschafft und der erste Laufevent rückt näher. Welche Vorbereitungen sollten die Läufer eine Woche vor dem Lauf treffen?

Grundsätzlich gilt für alle: In den letzten Tagen vor dem Lauf den Körper schonen. Empfohlen werden nur noch kurze Laufeinheiten. Zudem sollten die Sportler sich vorgängig über den Lauf sowie die Rahmenbedingungen wie Startnummernausgabe, Umkleidemöglichkeiten, Anreise etc. informieren.

Wie sieht die optimale Ernährung vor dem Lauf aus?

Luzern 22.04.2014 - Corinne Decurtins Projektleiterin Bewegung und Laufsport bei der Suva. (Bild: Mischa Christen)Wir empfehlen ein bis zwei Tage vor dem Lauf kohlenhydratreich zu essen und genügend Wasser zu trinken. Mindestens drei Stunden vor dem Wettkampf sollten die Läufer ihre letzte grosse Mahlzeit einnehmen. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind zu vermeiden. Etwas Leichtes ein bis zwei Stunden vor dem Lauf, wie zum Beispiel eine reife Banane oder ein Biberli, gibt dann den letzten Energieschub. Wichtig: Vor dem Lauf keine Experimente, die gewohnte Ernährungsweise unbedingt beibehalten.

Welche Tipps geben Sie jenen Menschen, die mit sportlichen Aktivitäten wenig anfangen können?

Um die Bewegungsempfehlung zu erreichen, muss man nicht sportlich sein. Bauen Sie die Bewegung bewusst in den Alltag ein und vermeiden Sie langes Sitzen.

Wie unterstützt die Suva Betriebe, die ihre Mitarbeitenden zu mehr Bewegung motivieren wollen?

Die Suva bietet gezielte Angebote für Betriebe an. Mit Trainingsprogrammen, Laufcoachings, Infobroschüren und ganztägigen Workshops versuchen wir, die Mitarbeitenden in Bewegung zu bringen. Als Präventionspartnerin engagiert sich die Suva ausserdem an zahlreichen Laufevents.

Ist die Bewegungsförderung Gegner oder ­Verbündeter der Unfallprävention?

Zunächst erscheint die Bewegungsförderung Gegner der Unfallprävention zu sein. Denn aktive Personen erleiden mehr Verletzungen infolge Sport und Bewegung als Inaktive. Dabei darf man aber nicht ausser Acht lassen, dass Inaktive in anderen Bereichen häufiger verunfallen, zum Beispiel im Alltag. Besonders in körperlich anspruchsvollen Berufen haben inaktive Personen ein höheres Risiko zu verunfallen und fehlen nach einem Unfall länger am Arbeitsplatz als Aktive. Erwachsene sollten daher ermutigt werden, ihr Bewegungs- und Sportverhalten zu verbessern. Dies reduziert das Unfallrisiko und deshalb setzt sich die Suva für Bewegung ein.

www.suva.ch

Kleine Rolle mit grosser Wirkung

Suva in den Beitrag rein 2Ab Ende März 2015 hat die Suva ein neues Bewegungsprogramm für Events und Beratungen in Betrieben. Im Mittelpunkt steht eine kleine Rolle mit gros­ser Wirkung. Die Minirolle ist ein cleveres Hilfsmittel zum Entspannen und Regenerieren der Muskulatur – im Büro oder daheim. Sie lässt sich ausserdem zum Kräftigen, Dehnen und zur Aktivierung vor dem Sport verwenden. Wird sie regelmässig angewendet, lassen sich mit wenig Aufwand Flexibilität, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden verbessern. Die Minirolle ist für Menschen jeden Alters geeignet, für Laien wie für Spitzensportler. Das Übungsprogramm – Minirolle und Broschüre – kann unter www.suva.ch bestellt werden.