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Wir sind keine Püppchen

Wehe, wer ihnen in den Weg kommt! Die «bösen» Mädchen der Zürcher ­«Rollergirlz» kennen kein Erbarmen und haben auch keine Angst vor blauen Flecken. Roller Derby, eine neue Sportart, die es in sich hat.

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Sie können austeilen und sie müssen einstecken. Sie fahren auf Rollschuhen im Kreis, um Punkte zu sammeln, stürmen von hinten und von der Seite, räumen alles ab, was ihnen in den Weg kommt. Und sie strahlen, wenn sie eine Gegnerin geblockt oder – noch besser – zu Fall gebracht haben. Ihre Waffen sind Schultern, Hüfte und Po. Prellungen und Zerrungen sind hier so sicher wie das Amen in der Kirche. Roller Derby nennt sich diese Sportart, bei der Männer nur im Publikum oder als Schiedsrichter erwünscht sind.

Ausgerüstet wie Eishockeyspieler

Roller Derby wird auf einer flachen Rundbahn gespielt. Zum Beispiel in einer Dreifachturnhalle. Man braucht Rollschuhe, keine Inline-Skates. Rollschuhe, wie man sie von früher kennt. Nur etwas spezieller. Eigentlich ist alles ein wenig spezieller. Die Ausrüstung mit Schonern für Knie, Ellbogen und Handgelenke. Der Helm, der Mundschutz für die Schneidezähne wie bei den Eishockeyspielern. Dann die Bahn, die Regeln, ja die Spielerinnen selber. Sie nennen sich «Mel O’Drama», «Russian Roulette Babette», «Ela NoRegrets» oder «Malice in Wonderland» und sie treten manchmal sogar in Kriegsbemalung an. Noch Fragen?

Blocker und Jammer

Zwei Teams mit je fünf Spielerinnen laufen gegeneinander. Ziel ist es, die Gegnerinnen zu überholen. Dafür hat jedes Team einen Jammer. Bei voller Geschwindigkeit versucht der Jammer, die vor ihm liegende Mauer aus gegnerischen Fahrerinnen zu durchbrechen. Der Einsatz von Händen und Füssen ist tabu. Man muss mit dem Rumpf versuchen, sich an den anderen vorbeizukämpfen. Die Blocker des gegnerischen Teams versuchen, den Jammer aufzuhalten oder die anderen Blocker aus dem Weg zu räumen. Gewechselt wird ähnlich häufig wie beim Eishockey.

Ausdauer, Reaktionsvermögen und taktisches Gespür

Nina Kuster, 37, ist fast von Anfang an bei den Zürcher «Rollergirlz» dabei: «Unser Sport ist kräfteraubend. Man braucht Ausdauer, Reaktionsvermögen und ein taktisches ‹Gspüri›. Doch das lernt man. Jeder kann bei uns mitspielen, ohne Vorkenntnisse. Wir sind gross und klein, dünn und dick, zierlich und stämmig. Bei uns finden alle einen gemeinsamen Nenner und wir brauchen alle: Bürogummi und Dentalhygienikerin, Englisch-Lehrerin und Studentin, Onlinebanking-Supporterin und Verkäuferin. Wir suchen das Exotische, leben die Lust am Besonderen, gehen im Spiel die etwas härtere Gangart. Wir sind keine Püppchen und stolz darauf.»

Von der Eiskunstläuferin zum Rollergirl

Corinne zum Beispiel war früher Eiskunstläuferin, wurde erst bei den «Roller­girlz» zur harten Teamplayerin. Oder Eveline. Sie hat früher Wasserball gespielt und Flamenco getanzt. Wie viele ihrer Kolleginnen ist sie durch den Kinofilm «Whip-it»­ zum Roller Derby gestossen. «Ich mag es, dass Roller Derby nicht so ein feiner Mädchensport ist. Man muss sich nicht entschuldigen, wenn man in jemanden hineinfährt. Bei uns kann man auch richtig zurückgeben. Wenn mich jemand trifft, ist es nicht so schlimm: Hauptsache, die andere ist draussen.» Sie strahlt über beide Ohren, als sie das sagt, und ergänzt: «Man will niemandem wehtun. Aber es gibt fast nichts Schöneres, als eine richtig gute Spielerin zu blocken.» Nina Kuster: «Neue Spielerinnen lernen schnell, ihre anfängliche Zurückhaltung abzulegen und etwas forscher zur Sache zu gehen. Das hilft ihnen auch im Job. Die Mädchen werden selbstsicherer und auf einmal merken sie, dass man mit etwas mehr Vorwärtsdrang seine Ziele leichter erreicht. Aggressiv ist der Sport trotzdem nicht. Wenn man den weltbesten Spielerinnen aus den USA zuschaut, erkennt man eher eine Art Meditation. Bei diesem Sport lernt man, richtig fokussiert zu sein.»

Wer liegen bleibt, hat wirklich Schmerzen

Trotzdem. Die Frage beim Roller Derby ist nicht, ob man sich verletzt, sondern wann. Nina Kuster: «Wir machen keine Schwalben und jammern nicht ohne Grund wie die Fussballer. Wer bei uns liegen bliebt, hat wirklich Schmerzen. Wir müssen vor allem blaue Flecken, Prellungen und Verstauchungen behandeln, also stumpfe Verletzungen mit Gelenk- und Muskelschmerzen. Wenn man blöd fällt, kann trotz Schutzausrüstung auch mal etwas gezerrt sein.»

Ganzes Arsenal an Wallwurzsalbe

Für derartige Blessuren suchten die Mädchen etwas, das die Schmerzen nimmt und die Entzündungen rasch abklingen lässt. Am liebsten etwas auf natürlicher Basis, weil sie es bei jedem Einsatz brauchen. «Da stiess ich auf Wallwurz», sagt Nina Kuster, «und las, dass Wallwurz genau die gesuchten Eigenschaften hat. Ich besorgte für unsere Mädchen gleich ein ganzes Arsenal an Wallwurzsalbe. Wir wenden sie seither regelmässig an und geben sie auch immer unseren Gegnerinnen als Gastgeschenk ab. Die Salbe nimmt den Schmerz und sorgt für eine rasche Heilung. Mittlerweile verwenden wir sie sogar präventiv an den exponierten Stellen. Nur wenn es etwas mehr wehtut, schicke ich die Mädchen zu Dr. Peter Schnorr von der SportClinic Zürich. Ihm müssen wir unsere noch wenig bekannte Sportart nicht mehr erklären. Er ist schon fast so etwas wie unser Teamarzt, denn er kennt uns und unsere Wehwehchen in- und auswendig.»

Unser Tipp: Dr. Andres Wallwurz Salbe

Gegen blaue Flecken, Gelenk- und Muskelschmerzen, Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen schwören die Zürcher Rollergirlz auf Dr. Andres Wallwurz Salbe. Eine sanfte Massage der schmerzenden Stellen mit dieser Salbe wirkt Wunder. Gleich nach dem Sturz und auch vorbeugend an gefährdeten Stellen. Lindert den Schmerz, hemmt die Entzündung und wirkt abschwellend. Die Salbe ist ein fettfreies Gel. Es zieht rasch und vollständig ein ohne zu kleben. Erhältlich in Apotheken und Drogerien.