7 Regeln für richtig saubere Hände

Pfui Teufel! Zu kurz, zu wenig gründlich und ohne Seife. Viele Schweizer nehmen es beim Händewaschen nicht so genau. Hygieneexpertin Christine Mohr Edokpolo sagt, wie’s richtig geht.

Hände waschen
Bild: AdobeStock, Urheber: A. Raths

Jeder sechste wäscht sich nach dem Toilettengang die Hände nicht. Andere lassen nur ein paar Tropfen Wasser über die Hand laufen. Das sind Zahlen einer deutschen Erhebung, Beobachtungen in der Schweiz lassen nichts Besseres vermuten.

Im Visier sind nicht die sichtbaren Verschmutzungen, die nach der Arbeit im Garten, in der Werkstatt oder im Bastelraum an den Fingern haften. Bedenklich sind die unsichtbaren Dinge wie Keime und Erreger, die überall lauern, wo sich viele Menschen aufhalten. Die Leute husten, niesen, schnäuzen sich die Nase und fassen mit den infizierten Händen Türfallen, Handläufe, Haltestangen in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder Handläufe an Rolltreppen an und geben sich beim Begrüssen oder Verabschieden die Hand. Man trägt die Keime nach Hause und reicht sie ungewollt in der eigenen Familie weiter.

Allein mit der richtigen Methode beim Händewaschen kann man die Gefahr einer Ansteckung drastisch reduzieren. Christine Mohr Edokpolo ist Fachexpertin Infektionsprävention am Kantonsspital Aarau. Das sind ihre 7 Regeln für wirklich saubere Hände.

Nr. 1: Es braucht 20 Sekunden

Viele Leute nehmen sich zum Händewaschen viel zu wenig Zeit. Für wirklich saubere Hände müssen im Minimum 20 Sekunden eingerechnet werden.

Nr. 2: Wasser allein genügt nicht

Wer denkt, seine Hände einfach mit Wasser reinigen zu können, irrt. Mit Wasser lassen sich nur sichtbare Schmutzpartikel abspülen. Eine gründliche Handwäsche braucht Seife.

Nr. 3: Lieber Flüssigseife nehmen

Feste Seifen sind zwar ebenso wirksam wie flüssige, doch es ist möglich, dass auf den festen Seifen Keime wachsen, insbesondere wenn Hautschuppen daran haften, und die Seifen lange feucht bleiben. Flüssigseifen sind sicher die hygienisch bessere Lösung. Aber auch sie müssen am Auslass regelmässig gereinigt und innert nützlicher Frist aufgebraucht werden.

Nr. 4: Einreiben bis es schäumt

Erst die Hände unter fliessendem Wasser nass machen, dann mit der Seife so lange einreiben, bis es richtig schäumt.

Nr. 5: Daumen und Handrücken nicht vergessen

Bei der Desinfektion im Spital werden oft Daumen und Handrücken vergessen. Das ist beim Händewaschen zu Hause ebenso. Darum immer darauf achten, dass die Hände überall – auch zwischen den Fingern und bis zu den Handgelenken – schaumig sind. Zum Schluss gut unter fliessendem Wasser abspülen.

Nr. 6: Nach dem Klo und vor dem Essen

Die alte Weisheit „Nach dem Klo und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen“ ist eine gute Grundregel, um die Hände sauber zu halten. Dazu auch bei optischen Verschmutzungen und nach dem Naseschnäuzen.

Nr. 7: Handtücher regelmässig wechseln

Erst nach dem Trocknen sind die Hände wirklich sauber, aber nur, wenn die Handtücher nicht schon voller Keime und Bakterien sind. Auf feuchten Handtüchern finden sich viele Bakterien, vor allem Wasserkeime. Ein regelmässiger Wechsel von Handtüchern in einem fixen Turnus ist empfehlenswert. Häufig verwendete Handtücher am besten täglich austauschen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 22.04.2021.

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