Corona-Stress und Sucht – frühzeitig Hilfe holen!

Die Covid-19-Pandemie schlägt den Menschen aufs Gemüt und treibt viele in die Abhängigkeit. Sucht Schweiz rät dringend, darüber zu sprechen statt aus falscher Scham zu schweigen.

Medikamentensucht cut AdobeStock 298465495 Andrey Popov

Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Gesundheitskrise verstärken gefährliche Konsummotive. Dazu zählt der Versuch, Belastungen durch Alkohol- und Medikamentenmissbrauch oder problematisches Geldspiel zu bewältigen. Mehr Menschen als sonst sind heute suchtgefährdet. Pflegende in Notfallstationen, das Personal im Transportwesen oder im Verkauf. Dazu kommen Menschen, die ein Trauma erlitten wie beispielsweise schwer Erkrankte und ihre Angehörigen. Sie alle haben ein erhöhtes Risiko, die Kontrolle über ihren Substanzkonsum, das Geldspiel oder Online-Verhalten zu verlieren.

Wenn es problematisch wird, wird aber oft geschwiegen. Sucht Schweiz appelliert an Betroffene, Angehörige und Arbeitgebende, frühzeitig Hilfe zu holen, bevor sich problematische Verhalten verfestigen. Ein solcher Schritt zeugt von Mut, nicht von Schwäche und ist in einer Krisensituation zentral. Wer sich Gedanken über den eigenen Substanzkonsum macht oder besorgt ist, weil er oder sie zu häufig Geldspiele spielt oder wer sich um eine nahestehende Person sorgt, sollte darüber sprechen.

Sich mit Angehörigen oder engen Freunden zu vernetzen, kann extrem helfen. Man kann sich an Selbsthilfegruppen oder Fachstellen wenden, die sowohl Betroffene als auch Angehörige unterstützen, Lösungen zu finden. Sehr viele Angebote sind kostenlos, und häufig helfen bereits kurze Gespräche, um eine neue Perspektive zu gewinnen und sich für weitere Schritte zu motivieren.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 01.04.2021.

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