Herz- und Gefässkrankheiten sind ein Hochrisiko

Menschen mit Herz-und Gefässkrankheiten haben ein stark erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf bei Covid-19. Beinschmerzen im Gehen sind ein Alarmsymptom, können aber auch völlig fehlen. Dr. med. Silviana Spring, Angiologin an der HerzGefässKlinik Bethanien in Zürich, sagt, wie sich die periphere arterielle Verschlusskrankheit zeigt und wie man sie richtig behandelt.

Herz Bild AdobeStock Urheber natali mis
Bild: AdobeStock, Urheber: natali mis

Sie wird auch Schaufensterkrankheit genannt, weil sie einen zwingt, beim Gehen aufgrund von typischen Schmerzen in den Beinen immer wieder stehen zu bleiben. Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit haben ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Fast jeder dritte Betroffene überlebt keine fünf Jahre. Auch ohne das Coronavirus. Das wird jedoch häufig unterschätzt, obwohl jeder fünfte Über-65-Jährige an dieser Durchblutungsstörung in den Beinen leidet. Ursache ist eine Arteriosklerose.

„Früherkennung ist extrem wichtig, und sie ist sehr einfach“, sagt Dr. med. Silviana Spring, Angiologin an der HerzGefässKlinik Bethanien in Zürich. „Patienten mit Risikofaktoren, vor allem Männer in höherem Alter, aktive oder Ex-Raucher, Personen mit Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck, sollten dazu rechtzeitig mit Ultraschall untersucht werden“.

Auf Hinweise achten

Schmerzen beim Gehen, schlecht heilende Wunden, unterschiedliches Wachstum der Zehennägel an linkem und rechtem Fuss sowie fehlender Haarwuchs am Schienbein können Hinweise auf eine schlechte Durchblutung sein. „Treten beim Gehen immer wieder Schmerzen nach einer bestimmten Gehstrecke in der gleichen Muskelgruppe an Wade oder Oberschenkel auf, die nach dem Stehenbleiben verschwinden, ist eine Durchblutungsstörung der Arterien wahrscheinlich“, erklärt Dr. Silviana Spring.

Risikofaktoren ausschalten

Bei der arteriellen Verschlusskrankheit ist es vordringlich, möglichst alle Risikofaktoren für die Arteriosklerose auszuschalten. Gewichtsreduktion, regelmässige Bewegung, Rauchstopp, Normalisierung von Zucker, Cholesterin und Blutdruck. Wichtigstes Ziel ist es nicht nur, Amputationen von Zehen, Unter- oder Oberschenkel, sondern auch einen Herzinfarkt oder Hirnschlag zu verhindern, da die Arteriosklerose im ganzen Körper vorkommen kann.

Rechtzeitig zum Arzt gehen

Verhängnisvoll ist, dass nicht einmal die Hälfte der Menschen über 65 mit solchen Beschwerden in den Beinen rechtzeitig zum Arzt geht. Dr. Spring: „Untersuchungen haben gezeigt, dass jeder fünfte Patient, der zum Hausarzt geht, eine beginnende oder sogar fortgeschrittene arterielle Verschlusskrankheit in den Beinen hat, ohne etwas davon zu wissen. Erschwerend kommt hinzu, dass hinter den Beschwerden oft fälschlicherweise eine Arthrose oder ein Muskelproblem vermutet wird, was die Diagnose und Behandlung verschleppt.“

Blutgefässe regelmässig checken

Gerade weil die arterielle Verschlusskrankheit der Beine so verbreitet ist und sehr oft schleichend und ohne jegliche Symptome verläuft, ist ein regelmässiger Check der Blutgefässe wichtig, wenn jemand die genannten Risiken hat.

Dr. Silviana Spring, Gefässspezialistin an der Privatklinik Bethanien in Zürich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 30.04.2020.

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