Darmbeschwerden? Wann es eine Untersuchung braucht

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Darm spiegeln

Bei Darmproblemen sollte man den Darm sicherlich spiegeln, allerdings ist in den meisten Fällen keine regelmässige Untersuchung nötig. Wer in der Familie ein erhöhtes Risiko hat, sollte sich ab dem 45. Lebensjahr, alle anderen ab dem 50. Lebensjahr endoskopieren lassen. Als Minimalvariante empfehle ich den jährlichen Stuhltest mit der Untersuchung auf mögliche Blutreste.

Blähungen untersuchen

Bei starken Blähungen lohnt sich eine Abklärung, weil die Ursachen sehr vielfältig sind. Möglicherweise besteht eine Laktoseintoleranz, eine Nahrungsmittel­unverträglichkeit, oder es handelt sich um das sogenannte Leaky-Gut-Syndrom. Das bedeutet eine Fehlbesiedlung der Bakterien, Viren und Pilzen des Dünndarms. Hier hilft Antibiotika.

Verstopfung beheben

Kot, der lange im Darm liegen bleibt, beginnt zu gären. Bauchschmerzen sind die Folge. Genügend Bewegung und viel trinken helfen. Manchmal braucht es auch sanfte Abführmittel oder Einläufe. Durch eine veränderte Sitzposi­tion auf der Toilette – zum Beispiel mit einem Schemel für die erhöhte Lage der Füsse – kann der Stuhlgang erleichtert werden. Man darf nicht zu stark pressen müssen. Auch Biofeedback-Training kann helfen. Auf jeden Fall sollte man Verstopfungen nicht einfach hinnehmen.

Durchfall abklären

Wichtig ist, dass man zwischen akutem und chronischem Durchfall unterscheidet. Bei der akuten Version handelt es sich meistens um eine bakterielle oder virale Infektion. Wenn der Durchfall chronisch ist, muss man an eine Zölliakie, eine chronisch entzündliche Erkrankung, oder an eine Mikro-Colitis denken.

Dr. Andreas Müller, Facharzt für Gastroenterologie/Proktologie
am GastroZentrum Hirslanden in Zürich.

Reizdarm testen

Wenn keine klare Ursache für chronische Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall gefunden wird, sprechen wir von einem Reizdarm. Neben Medikamenten hat sich in den letzten Jahren die FODMAP-Diät bewährt. FODMAP ist die englische Abkürzung für «fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide and Polyole». Gemeint sind einige Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die in vielen Nahrungsmitteln vorkommen und im Dünndarm nur schlecht resorbiert werden. Es gibt auch eine Low-FODMAP-Diät, welche wesentlich einfacher durchzuführen ist.

Bei Stuhlverlust zum Arzt

Unwillkürlicher Stuhlverlust ist heute kein Tabuthema mehr. Mit Medikamenten oder Biofeedback-Training zur Stärkung der Muskulatur können Operationen in vielen Fällen vermieden werden.

Präbiotika und ­Pro­biotika nehmen

Das Mikrobiom, also die Bakterienbesiedlung im Dünn- und Dickdarm ist das eigentliche Thema der Forschung in den letzten Jahren. Die Experten nehmen an, dass für einen gesunden Verdauungstrakt eine grosse Vielfalt an gesunden Bakterien nötig ist. Zu wenig gute oder zu viel schlechte Bakterien stören die Verdauung. Ärzte raten zu Probiotika in Form von Kapseln mit gesunden Bakterienstämmen. Auch Präbiotika wie Naturjoghurt, Kefir oder Sauerkraut helfen, die Darmflora gesund zu halten.

Weitere Informationen

GastroZentrum Hirslanden
Witellikerstrasse 40
8032 Zürich

Telefon 044 387 39 55

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www.gastrozentrum.ch