RSV – was steckt genau dahinter?
Das Respiratorische-Synzytial-Virus ist vielen Menschen nicht bekannt, obwohl es weltweit und häufig auftritt. Der hochansteckende Erreger wird meist über Tröpfchen- oder Schmierinfektionen übertragen und kann in jedem Lebensalter zu Atemwegserkrankungen führen, auch mehrfach im Leben. Besonders von Oktober bis April kommt es vermehrt zu Infektionen, jedoch zirkuliert das Virus ganzjährig.
Während gesunde Erwachsene nach einer Ansteckung meist nur milde Erkältungssymptome spüren, drohen bei älteren Personen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen schwere Krankheitsverläufe.
Wer ist durch RSV besonders gefährdet?
Das Risiko für eine schwere RSV-Infektion steigt um das 60. Lebensjahr – vor allem, wenn Vorerkrankungen wie diese vorliegen:
- Chronische Erkrankungen der Atemorgane wie Asthma und COPD
- Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Immunschwäche
- Neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
- Nierenerkrankungen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
RSV kann bei diesen Risikogruppen Komplikationen wie eine Lungenentzündung auslösen, die einen Krankenhausaufenthalt nötig machen kann. Eine spezifische Therapie gegen RSV existiert derzeit nicht, lediglich die Symptome können behandelt werden. Zusätzlich kann eine Infektion bereits bestehende Vorerkrankungen verschlechtern. Im schlimmsten Fall kann sie sogar tödlich verlaufen.
Geschwächtes Immunsystem
Hinter dem erhöhten Risiko für schwere RSV-Infektionen bei älteren Erwachsenen stecken mehrere Ursachen. Mit zunehmendem Alter ist das Immunsystem weniger leistungsfähig. Hinzu kommt, dass chronische Vorerkrankungen und bestimmte Medikamente das Immunsystem im Alter zusätzlich beanspruchen können.
Wie kann sich die Risikogruppe schützen?
Wer zur Risikogruppe gehört, muss dem Virus nicht schutzlos ausgeliefert sein. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) empfehlen die RSV-Impfung für alle ab 75 Jahren sowie für Menschen ab 60 Jahren, die mit schweren Vorerkrankungen oder in Pflegeeinrichtungen leben. Denn: Die Impfung kann das Risiko für schwere Verläufe senken.
Neben der Impfung können alltägliche Gewohnheiten die Abwehrkräfte stärken: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und ausreichend Protein versorgt die Abwehrzellen mit allen wichtigen Nährstoffen, die sie für den zuverlässigen Schutz vor Erregern benötigen. Auch Bewegung unterstützt das Immunsystem. Ein aktiver Lebensstil stimuliert die Abwehrkräfte des Körpers. Zusätzlich bieten Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen einen gewissen Schutz gegen Erreger. Eine umfassende RSV-Prävention im Alter basiert demnach auf drei Säulen: Impfschutz, gesundem Lebensstil und Hygienemassnahmen. Zusammengenommen stärken diese Massnahmen die Abwehrkräfte und helfen dabei, sich bestmöglich vor RSV zu schützen.
RSV-Risiko im Check: Hilfreiche Fragen für das Arztgespräch
Gerade bei bestehenden Vorerkrankungen im Alter lohnt sich ein Blick auf das persönliche RSV-Risiko. Ein Gespräch in der Arztpraxis bringt Klarheit. Folgende Fragen können dabei helfen:
- Ist mein RSV-Risiko durch eine Vorerkrankung erhöht?
- Wie kann ich mich vor RSV schützen?
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