Das Geheimnis der Mikropausen

Besser häufig und kurz als selten und lang. Warum die kleinsten Pausen beim Arbeiten und Lernen den grössten Effekt haben.

Mikropausen
Bild: AdobeStock, Urheber: eshana blue

55 Minuten Unterricht, 5 Minuten Pause. So war es in der Primarschule. Fenster auf, frische Luft rein, und am besten selber kurz raus aus dem Klassenzimmer. Ob ein Stägefangis oder ein paar Schritte für einen Schluck am nächsten Wasserhahn. Jeder Moment der Abwechslung zum Stillsitzen am Pult war willkommen.

Im Berufsleben ging dieses Wechselspiel von Leistung und Unterbruch weitgehend vergessen. Effizienz ist gefragt, wenigstens vordergründig. Pausen werden mit Faulheit gleichgesetzt. Wer mehr als eine pro halben Tag einschaltet, erntet schräge Blicke.

Kurze Pause nach jeder Arbeitsstunde

Das ist Quatsch. Keine Pausen machen ist schlecht. Die Müdigkeit und die Fehlerquote nehmen zu. Nur eine grosse Pause am Tag ist ebenfalls schlecht, denn die Erholung hält nicht lange genug an. Das Beste sind Mikropausen von wenigen Minuten. Wer nach jeder Arbeitsstunde einen kurzen Break einschaltet, arbeitet produktiver. Messungen zeigten, dass der Erholungseffekt in den ersten fünf Minuten einer Pause am grössten ist. Sogar Chirurgen machen bei Operationen weniger Fehler, wenn sie Mikropausen einlegen. Die Pausen verlängern die Operationsdauer nicht.

Abwechslung ist gut

Die Mikropausen können beruhigend, entspannend, aktivierend oder kräftigend sein. Abwechslung ist gut. Einmal etwas für die Atmung, dann für die Augen, ein andermal für die mentale Entspannung oder auch für die Muskelkräftigung. Eine Pause wird nur dann zur Pause, wenn man das unterbricht, was man gerade tut. Trinken Sie den Kaffee also nicht am Arbeitsplatz. Essen Sie den Apfel nicht vor dem PC.

So helfen Mikropausen:

  • Verlassen Sie Ihren Schreibtisch, gehen Sie ein paar Schritte und denken Sie in dieser Zeit an etwas völlig Anderes.
  • Stellen Sie sich aufrecht vor das offene Fenster, lassen Sie die Schultern nach hinten und unten sinken. Atmen Sie durch die Nase tief in den Bauch hinunter ohne den Brustkorb zu heben. Halten Sie die Luft kurz an und atmen Sie durch den Mund wieder aus. Wiederholen Sie die Übung ein paar Mal. So aktivieren Sie die Tiefenatmung.
  • Legen Sie die Hände über Ihre offenen Augen. Blicken Sie in die Schwärze. Sie werden sich schon nach einer Minute entspannter fühlen.
  • Strecken Sie sich und gähnen Sie ausgelassen.
  • Machen Sie ein kurzes Match am Tischfussball-Kasten oder plaudern Sie mit Kollegen an der Kaffeebar.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 05.12.2019.

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