Das Geheimnis von der Morgenerektion

Ist eine Morgenerektion peinlich oder nützlich? Auf jeden Fall sagt sie viel aus, ob ein Mann gesund ist.

Morgenerektion
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Stellt ein Mann frühmorgens fest, dass sein bestes Stück bereits lange vor ihm aufgestanden ist und sich die Pyjamahose auffällig vorwölbt, muss ihn – und seine Partnerin – das keinesfalls peinlich berühren. Die umgangssprachlich als Morgenlatte bezeichnete Erektion  ist nicht nur völlig normal, sondern ein beruhigender Beweis dafür, dass bei ihm noch alles stimmt. Und zwar gleich in zweifacher Hinsicht. Erstens kann er es noch, was im fortgeschrittenen Alter keineswegs selbstverständlich ist, denke man nur an hohen Blutdruck, Herzkrankheiten und Diabetes. Zweitens spricht eine Morgenerektion auch gegen eine allfällige Schlafapnoe, eine Störung mit wiederholten nächtlichen Atemstillständen, bei der die Morgenerektion gewöhnlich ausbleibt.

Vier bis fünf Erektionen pro Nacht

Wie genau die Morgenrektion zustande kommt, ist noch nicht restlos geklärt. Neuere Thesen suchen die Erklärung in der Strukturierung des Nachtschlafes. Im Normalfall hat ein Mann Nacht für Nacht etwa vier bis fünf Erektionen. Diese treten vor allem in den so genannten REM-Phasen des Schlafes auf, die gehäuft in den frühen Morgenstunden stattfinden. Die Morgenerektion ist damit lediglich die letzte Schlaferektion der Nacht. Die Versteifung des Gliedes hält oft nur wenige Minuten an, kann manchmal aber auch bis zu einer Stunde dauern. Im Normalfall kommt es nicht zu einem Samenerguss.

Auch ein Zusammenhang mit Testosteron wird diskutiert, dessen Blutspiegel am Morgen am höchsten ist. Erotische Träume haben dagegen keinen Einfluss. Die Partner haben demnach keinen Grund, sich beim Anblick des erigierten Penis peinlich berührt zu fühlen. Am besten geht man dieses Thema ganz entspannt und locker an. Ausserdem lassen sich morgendliche Erektionen wunderbar in die sexuelle Tagesplanung integrieren. Sex am Morgen kann nämlich noch sehr viel schöner und inniger sein als am Abend, wenn die Last des Tages und womöglich noch ein schweres Essen und ein guter Wein die Sinne lähmen (Lesen Sie dazu auch den Beitrag Weshalb Sex am Morgen der beste ist).

Hatte ein Mann zeitlebens immer eine Morgenerektion und bleibt diese plötzlich über einen längeren Zeitraum hinweg aus, ist ein Besuch beim Arzt ratsam. Fehlende Erektionen können nämlich ein Hinweis auf eine ernstzunehmende Erkrankung sein, betreffe es das Herz, den Stoffwechsel oder den Schlaf.

Auch Frauen haben im REM-Schlaf häufig eine Erregung mit Befeuchtung der Vagina sowie Anschwellen der Klitoris und der Schamlippen. Ein Phänomen, das naturgemäss viel weniger auffällt als beim Mann und deshalb auch viel weniger bekannt ist.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 09.05.2019. Setzte ein Lesezeichen permalink.

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