Das neue System ist hammermässig

Die kontinuierliche Glukosemessung warnt vor zu tiefen Werten, gibt Sicherheit und vermindert Spätkomplikationen der Krankheit. Ein Fallbeispiel.

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Seit 40 Jahren ist Markus Beerli Typ-1-Diabetiker. Das bedeutet, dass seine Bauchspeicheldrüse kein Insulin produziert. Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, das den Zuckerstoffwechsel reguliert. Der 63-Jährige muss sich regelmässig Insulin zuführen. Um Folgeschäden der Krankheit zu vermeiden, sollten Betroffene ihre Glukosewerte dauernd im Auge behalten. «In meiner Karriere als Diabetiker habe ich so ziemlich alle Systeme, die auf dem Markt sind, ausprobiert. Ich wollte immer das neuste. Seit drei Jahren habe ich das FreeStyle Libre System. Damit muss man nur noch mit Bluetooth verbunden sein. Ein Highlight!», erzählt der vife Aargauer. Durch den Sensor am Oberarm werden seine Glukosewerte via Bluetooth auf sein Handy übertragen. «Das funktioniert auch über mehrere Meter. Hammermässig!», sagt er.

Ein Wespenstich ist schlimmer

Beruhigend ist das System auch für Markus Beerlis Frau. Nachts kann sie seine Werte einfach mit einem Blick auf das Handy überprüfen, ohne ihn aufzuwecken und weiss dann, ob ihrem Mann eine Unterzuckerung droht oder nicht. Das Wechseln des Sensors alle 14 Tage ist für den Diabetiker Beerli kein Problem. «Das ist ‹bubi eifach›. Man spürt einen kleinen Stich. Aber schmerzhaft ist das überhaupt nicht. Ein Wespenstich oder sich täglich mehrmals in den Finger stechen, ist wesentlich schlimmer», betont er.

Minutengenaue Messungen

Mit dem FreeStyle Libre System wird der Gewebezucker gemessen. Dieser ist nicht gleichzusetzen mit dem Blutzucker. Vor allem bei dynamischen Werten, zum Beispiel nach dem Essen, können die Werte voneinander abweichen. Der Zucker-Peak erscheint im Gewebe etwa zehn Minuten später als im kapillaren Blut. Das erklärt Abweichungen, die sich ergeben können, falls jemand parallel noch eine Messung via Fingerstich vornimmt. Der Vorteil des Systems ist, dass man nicht mehr stechen muss, um den Wert zu bestimmen. Es sind minutengenaue Messungen möglich, und die Alarmfunktion warnt den Patienten beispielsweise rechtzeitig vor zu tiefen Glukosewerten, so dass er diese einfach vermeiden kann. Das gibt eine grosse Sicherheit beim Sport und in sonstigen Situationen. Der Sensor ist klein, daher fällt er kaum auf.

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Das meint der Diabetologe

Die kontinuierliche Glukosemessung ist eine grosse Hilfe für den Patienten und den Arzt. Es ist unbestritten, dass bei einem gut eingestellten Diabetes durch regelmässige Messungen Spätkomplikationen deutlich vermindert werden können.

Prof Rudofsky Diabetes
Prof. Dr. Gottfried Rudofsky, Praxis für Endokrinologie, Diabetologie und Adipositas in Olten SO.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 01.12.2022.

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