Der Blödsinn über das späte Abendessen

Aeschbacher-Diät Lektion 250. Ist es ungesund, die Hauptmahlzeit am Abend zu essen? Überhaupt nicht, wenn man es tagsüber richtig anstellt.

Abendessen

Der heutige Lebensstil führt dazu, dass die warme Mahlzeit immer häufiger vom Mittag auf den späten Abend verschoben wird. Ist das ungesund, wie immer behauptet wird? Und wird man dadurch dick? Wie heisst es doch so schön: morgens sollst du essen wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler. Doch Achtung: Dieser Spruch stammt aus Zeiten, in denen die Menschen körperlich hart arbeiten mussten und auf die Kalorien am Morgen angewiesen waren.

Insgesamt aufgenommene Kalorienmenge ausschlaggebend

Der Büromensch von heute muss sich nicht mehr an diese alte Regel halten. Kommt dazu, dass nicht der Zeitpunkt einer Mahlzeit, sondern die über den Tag insgesamt aufgenommene Kalorienmenge und der Verbrauch durch Grundumsatz und Bewegung für das Körpergewicht ausschlaggebend sind. Keine Studie hat bisher belegen können, dass Spätesser ungesund leben.

Es schadet deshalb nicht, sich wie ein Südländer zu ernähren. Ein Kaffee oder eine Kleinigkeit am Morgen. Denn nicht alle mögen ein ausgiebiges Frühstück. Und am Mittag fehlt oft die Zeit für eine komplette Mahlzeit. So drängt sich automatisch eine Verlagerung auf den Abend auf, zumal dann meistens alle Familienmitglieder am Tisch sind.

Vorsicht vor kalorienreichen Verpflegungen zwischendurch

Der optimale Mahlzeiten-Rhythmus ist eine persönliche Sache, die jeder für sich selbst herausfinden muss. Grosse Vorsicht ist lediglich geboten vor kalorienreichen Verpflegungen zwischendurch am Tag. Der menschliche Organismus ist nicht darauf ausgelegt, häufig und regelmässig zu essen. Das muss man einmal klar festhalten. Feste Essenszeiten sind kulturell bedingt, nicht biologisch. Hungerphasen sind durchaus gesund, so lange sie nicht in eine Mangelernährung münden. Das Abwechseln zwischen Hunger- und Essenphasen bewahrt die metabolische Flexibilität, das heisst das Umschalten von Fetteinlagerung auf Fettverbrennung.

Hunger bewusst aushalten

Hunger ist demnach nicht etwas, das sofort bekämpft werden muss. Hunger sollte man bewusst auch mal aushalten können, im Bewusstsein, sich später am Tag etwas Besseres und Gesünderes zu gönnen als ständig etwas Beliebiges zu essen. So haben die Einwohner der Schweiz und Deutschlands mehr Probleme mit Übergewicht und Diabetes als jene in Frankreich, Italien oder Spanien, wo abends traditionell warm und ausgiebiger gegessen wird.

So geht’s:

  • Um das Gewicht zu halten oder zu reduzieren, zählt nur die Gesamtkalorienbilanz des Tages.
  • Schon am Morgen kann man über die Stränge hauen. Ein klassisches Frühstück hat gut und gerne 900 Kilokalorien. Das ist bereits der halbe Tagesbedarf eines Erwachsenen ohne körperliche Arbeit.
  • Ein üppiges Frühstück verhindert meistens nicht das Naschen am Vormittag oder ein überfrachtetes Mittagessen.
  • Wenn es morgens und tagsüber nur leichte Mahlzeiten gibt, spricht nichts gegen ein grosszügiges Nachtessen.
  • Hilfreich dabei ist die Reduktion oder sogar ein weitgehender Verzicht auf Kohlenhydrate, um so den Insulinanstieg zu bremsen.
  • Wenn Sie die Hauptmahlzeit auf den Abend verschieben, lauert eine Kalorienfalle in den vielen Snacks, die man gerne über den Tag verteilt isst.
  • Wie viele Stunden zwischen Essen und Schlafen liegen sollten, ist jedem selbst überlassen. Auch dafür gibt es keine starren Regeln.
  • In einem ist man sich heute einig: Die frühere Empfehlung, fünf Mal am Tag zu essen, ist evolutionsbiologischer Unsinn und definitiv überholt.
  • Unser Stoffwechsel funktioniert immer noch weitgehend so wie eh und je, als es meistens zu wenig Nahrung gab und nur für kurze Zeit reichlich.
  • Deshalb lebt es sich auch mit einer einzigen Mahlzeit pro Tag absolut prima und gesund, sogar, wenn man sie erst spätabends zu sich nimmt.
  • Permanentes Essen dagegen verursacht eine ständige Insulin-Ausschüttung. Und genau das macht dick, dumm und krank.

Fazit:

Wer die Hauptmahlzeit am Abend zu sich nimmt, wird nicht zwangsläufig dick. Es kommt auf die Gesamtenergiemenge an. Es gibt auch keine vorgeschriebenen Essenszeiten. Lösen Sie sich von allen unbegründeten starren Vorschriften und finden Sie den Essensrhythmus, der am besten zu Ihnen passt.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 10.01.2019. Setzte ein Lesezeichen permalink.

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