Unser Essen, unsere Kleidung und sogar die Luft sind voller kleinster Plastikartikel, die wir aufnehmen. Und leider wird es immer mehr. So zeigte eine Analyse menschlicher Gehirne, dass sich die Mikroplastik-Konzentration zwischen den Jahren 2016 bis 2024 verdoppelte. Erste Studien weisen darauf hin, dass die winzigen Partikel Entzündungen fördern, Zellen schädigen und das Hormonsystem beeinflussen können. Welche langfristigen Folgen das hat, ist noch unklar. Die Hinweise auf gesundheitliche Risiken wie Krebs, Atemwegserkrankungen oder eine Fruchtbarkeitsprobleme nehmen aber zu.
Synthetikfasern sind giftig für uns und die Umwelt
Mikroplastik lässt sich im Alltag nicht vollständig vermeiden, aber deutlich reduzieren. Schon kleine Änderungen helfen, die Belastung für den eigenen Körper zu senken. Ein grosser Teil des Mikroplastiks stammt aus Kleidung. Synthetikfasern verlieren bei jedem Waschgang Partikel. Wählen Sie möglichst Textilien aus Naturfasern. Zudem können spezielle Waschbeutel oder Filter den Faserabrieb verringern.
In der Küche lohnt sich der Umstieg auf Glas, Metall oder Holz. Schneidebretter und Vorratsdosen aus Kunststoff geben Abrieb ab, der in die Nahrung gelangt. Auch bei Lebensmitteln sollte man frische, unverpackte Produkte bevorzugen und Fertigware reduzieren. Auch bei Kosmetikprodukten hilft es, genau hinzuschauen. Hinter den Begriffen wie Polyethylen, Nylon oder Acrylaten zum Beispiel, verbergen sich Kunststoffe. Apps wie CodeCheck erleichtern den Überblick.
Glas- oder Plastikflasche?
Die Wasserfrage ist etwas komplizierter. Generell wird empfohlen, Hahnenwasser oder Wasser aus Glasflaschen statt aus Plastikflaschen zu trinken. Französische Wissenschaftler fanden jetzt aber heraus, dass Getränke in Glasflaschen stärker kontaminiert waren als in Kunststoffbehältern, wenn sie lackierte Plastik- oder Metallverschlüsse haben.
Wissenschaftler aus China untersuchten, wie sich Mikroplastik im Leitungswasser verringern lässt. Das Ergebnis: Schon durch Abkochen kann der Gehalt deutlich sinken. Entscheidend ist die Wasserhärte. Bei hartem Wasser mit vielen Mineralstoffen bilden sich beim Erhitzen kleine Kristalle, die sich an die Plastikteilchen anlagern. Diese sinken dann ab und lassen sich leicht herausfiltern oder bleiben am Boden des Gefässes zurück. So reduziert sich die Menge an Mikro- und Nanoplastik um bis zu 90 Prozent.
Risiko in der Schweiz soll minim sein
In Gegenden mit weichem Wasser, das wenig Mineralstoffe enthält, ist der Effekt geringer: Hier wurden im Schnitt nur etwa 25 Prozent der Partikel entfernt. Die Forschenden empfehlen daher, Wasser vor dem Trinken mindestens einige Minuten sprudelnd zu kochen, besonders in Regionen mit kalkhaltigem Wasser. Wichtig: In der Schweiz ist der Anteil von Mikroplastik im Leitungswasser viel geringer als in China, wo die Studie gemacht wurde. Vielerorts wird das Risiko hierzulande als minim eingestuft. Das Bafu räumt aber ein, dass weiterer Forschungsbedarf besteht.