Der Trick mit dem Süssholz

Aeschbacher-Diät Lektion 288. Das gute alte Süssholz ist zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Dabei hilft es, die Lust nach Süssem auszutricksen – und bereichert mit seinem speziellen Aroma die Küche.

Süssholz
Bild: AdobeStock, Urheber: photocrew

Als Kaugummi noch nicht so verbreitet war, kauten die Kinder gerne auf einem Stück Süssholz herum. Das gab es damals in der Apotheke oder Drogerie zu kaufen. Die krautige Pflanze, die Wuchshöhen bis über einen Meter erreichen kann, hat mit ihren weitverzweigten Wurzeln nichts an Attraktivität eingebüsst. 2012 wurde sie sogar zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

50-fache Süsskraft von Rohrzucker

Süssholz enthält Glycyrrhizin, ein Glykosid, das etwa die 50-fache Süsskraft von Rohrzucker hat, sowie weitere Glykoside, mehr als 40 verschiedene Flavonoide und Cumarine. Dementsprechend breit sind die medizinischen Wirkungen. Die Süssholzwurzel wirkt schleimlösend, auswurffördernd, entzündungshemmend und krampflösend. Typische Anwendungsgebiete sind Husten, Bronchitis und Magenschleimhautentzündungen. Die Inhaltstoffe verlängern die Wirkung der körpereigenen Hormone Cortison und Aldosteron. Wer die Süssholzwurzel zu lange oder zu hochdosiert einnimmt, riskiert Bluthochdruck und einen Anstieg des Blutzuckers.

Der eingedickte Saft der Wurzel wird zur Herstellung von Lakritze verwendet, der schwarzen Süssigkeit, die zu Pastillen, Bonbons und Schnecken verarbeitet wird. Der Zusatz von Zuckersirup, Mehl und Gelatine erklärt, weshalb Lakritze ziemlich viele Kalorien enthält und im Gegensatz zum naturbelassenen Süssholz zum Abnehmen gar nicht geeignet ist. Der in der Schweiz geläufige Begriff Bärendreck hat übrigens nichts mit dem Bär zu tun, sondern nur mit dem Umstand, dass der Nürnberger Süsswarenfabrikant Karl Bär auf viele Lakritzearten europaweit Patente hatte.

So geht’s:

  • Die Süssholz-Wurzel mit ihren Ausläufern hat hunderte von verschiedenen Inhaltsstoffen. Zu den wichtigsten zählen die Saponine wie das Glycyrrhizin, das die 50-fache Süsskraft von Rohrzucker hat.
  •  Die getrocknete Wurzel taugt hervorragend als Ersatz für kalorienreiche Süssigkeiten und stillt den Gluscht auf Süsses. Das Süssholz so lange kauen, bis es weich wird und den Geschmack verliert.
  • Mit dem Kauen von Süssholz kann man sich übrigens sehr einfach das Rauchen abgewöhnen.
  • In vielen Sterne-Restaurants steht Süssholz im Gewürzregal. Mit der Wurzel kann man wunderbar kochen.
  • Besonders praktisch ist Pulver aus Süssholz, das sich gut dosieren lässt. Schon ein bis zwei Teelöffel genügen, um Saucen, Risotto, Salatdressings oder Desserts eine feine Lakritznote zu verleihen. Man kann Süssholz auch selber raspeln.
  • Kocht man zum Beispiel in einer Suppe die Süssholzwurzel mit, muss man sie vor dem Servieren herausnehmen.
  • Die ganzen Wurzeln lassen sich auch gut beim Braten oder Grillen verwenden. Die Süssholzwurzel der Länge nach halbieren und die Enden anspitzen und Fleisch, Geflügel, Fisch oder Gemüse draufstecken.
  • Für einen magenfreundlichen oder hustenstillenden Tee überbrühen Sie einen halben Teelöffel klein geschnittene Süssholzwurzel mit 2 dl kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen. Die Beigabe von Zucker erübrigt sich natürlich.
  • Wer an Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenproblemen leidet, sollte kein Süssholz verwenden. Das gilt auch während einer Schwangerschaft.

Fazit:

Wer Probleme mit der Lust auf Süsses hat, kann sich mit Süssholz elegant aushelfen und sich ablenken. Zudem gibt Süssholz in der Küche verschiedenen Speisen eine spezielle Note, welche die Verwendung von Zucker überflüssig macht.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 31.10.2019.

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