Die 12 wichtigsten Alzheimer-Bremsen

Demenz ist längst nicht nur Schicksal. Eine Forschergruppe fand heraus, dass bis zu vierzig Prozent aller Alzheimerfälle verhindert werden könnten.

Alzheimer Bild AdobeStock Urheber LIGHTFIELD STUDIOS
Bild: AdobeStock, Urheber: LIGHTFIELD STUDIOS

Bisher war bekannt, welche Umstände Alzheimer fördern, aber man war sich nicht einig, welches die entscheidendsten Gründe sind. Eine neue internationale Studie ordnet die Ursachen der Alterskrankheit nach deren Wichtigkeit. Neben den üblichen Verdächtigen hält die Liste auch Überraschungen bereit.

1. Hörgeräte nutzen

Menschen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren können 8.2 Prozent der Alzheimerfälle mit einer Korrektur des Hörverlusts abwenden. Fehlende akustische Reize begünstigen die Krankheit und beschleunigen ihren Verlauf.

2. Bildung fördern

Kognitive Stimulation ist in jedem Lebensabschnitt ein Anti-Alzheimer-Rezept. Dabei spielt es keine Rolle, ob man studiert oder regelmässig Memory spielt.

3. Rauchen aufhören

Tabakrauch enthält neurotoxische Substanzen, also Stoffe, die Hirnzellen angreifen und anhaltende Schäden verursachen.

4. Depressionen behandeln

Man kann nicht mit Sicherheit unterscheiden, ob Depressionen eine Ursache oder Begleiterscheinung von Alzheimer sind. Klar ist, dass sie Demenz in jedem Fall fördern.

5. Kopf schützen

Selbst kleine Erschütterungen schädigen das Gehirn nachhaltig. Das ist auch ein Grund, weshalb Regierungen ein Helmobligatorium für E-Bike Fahrer in Erwägung ziehen.

6. Menschen treffen

Emotionale Bindungen zu anderen Menschen und die Möglichkeit über Sorgen zu sprechen, geben nicht nur ein gutes Gefühl, sondern reduzieren Stresshormone nachweislich.

7. Luftverschmutzung verringern

Auch die Politik ist im Kampf gegen Alzheimer gefordert. Feinstaubpartikel verstopfen Gefässe und führen zum Verlust von Hirnzellen.

8. Blutdruck senken

Menschen mit hohem Gefässdruck haben ein weniger gut durchblutetes Hirn. Neuronen sterben eher ab, was die Beschwerden von Alzheimerpatienten verstärkt.

9. Sport treiben

Bewegung intensiviert den Kreislauf. Das schwemmt Abfallprodukte weg, die sich im Ruhezustand in Hirnkapillaren ansammeln. Die Faustregel, wonach alles, was dem Herz hilft, auch gut für das Hirn ist, gilt fast immer.

10. Diabetes verhindern

Studien behaupten sogar, dass Alzheimer eine dritte Form von Diabetes ist, weil der Blutzuckerabbau rund um die grauen Zellen nicht richtig funktioniert.

11. Alkohol dosieren

Zwei Standardgläser pro Tag, also ein grosses Bier oder zwei Gläser Wein, sollten reichen. Alles darüber schädigt neben der Leber auch alle anderen Organe.

12. Übergewicht abbauen

Die zusätzlichen Kilos hängen mit fast allen Punkten auf der Liste zusammen und erhöhen deshalb auch das Risiko, viel zu früh an Demenz zu erkranken.

Während heute rund fünfzig Millionen Menschen an Demenz leiden, werden es in dreissig Jahre etwa dreimal so viele sein. Neben dem Leid, das Betroffenen und Angehörigen widerfährt, verursacht die Alterskrankheit auch enorme Kosten. Auch wenn man nur einen Teil der Alzheimerfälle verhindern könnte, wären die Vorteile riesig.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 08.10.2020.

Kommentare sind geschlossen.