Die 9 besten Lektionen gegen Stress – die richtige Identität

Alle reden vom Stress, wir von der Resilienz. Prof. Dr. med. Gregor Hasler von der Universität Freiburg zeichnet den neunfachen Pfad für mehr psychische Widerstandskraft. Teil 7.

Stress reduzieren
Bild: fotolia.de, Urheber: A. Borisenko

Der Begriff Identität meint ursprünglich die Eigenschaften eines Gegenstands, die ihn von anderen unterscheiden. Im ähnlichen Sinn wurde er auf Menschen angewendet, wobei meistens psychologische und soziale Merkmale gemeint sind. Das führt zu vielen Missverständnissen. Nicht einmal Gegenstände sind immer gleich. Sie ändern sich und behalten trotzdem ihre Identität. Ferner ist die Identität eines Menschen nicht einfach von aussen gegeben, sondern das Resultat von psychosozialen Prozessen wie Selbsterkenntnis, Selbstgestaltung, Identifizierung und sozialer Integration. Arbeit und Beruf, Nationen, Familie, Religionen, soziale Rollen und sexuelle Vorlieben sind aktuell wichtige Bereiche der Identifikation. Weltanschauungen und Ideologien haben an Kraft verloren, Identitäten zu stiften. Wichtig ist die Erkenntnis, dass wir recht viel Freiraum haben, unsere Identität zu gestalten.

Emotionen im Griff haben

Identität hilft, sich selber und seine Interaktionen mit der Umwelt zu verstehen. Sie hilft auch, Erfahrungen Bedeutung zu geben. Das alles trägt wesentlich zur Selbst-Kontrolle bei. Menschen, die ihre Emotionen im Griff haben, sind resilienter als solche, die von ihren Gefühlen überschwemmt werden. Man sollte sich fragen: hilft mir meine Identität, mich und meine Erfahrungen zu verstehen?

Vitango gegen Stress

Unser Tipp: Vitango bei Stress

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Identität hat eine wichtige soziale Funktion. Wenn man sich ausschliesslich mit seiner Einzigartigkeit identifiziert, mag das die Kreativität fördern, nicht aber die soziale Integration. Ferner betrachten wir die Leistungen von Menschen, die mit unserer Identität zu tun haben, als positiv und eher nicht als Konkurrenz. In diesem Sinn haben Gruppenidentitäten das Potential, Konkurrenz in Kooperation zu verwandeln. Man sollte sich fragen: hilft mir meine Identität, produktive und stützende soziale Beziehungen zu gestalten?

Identifikation mit positiven Dingen

Die Identifikation mit negativen Elementen hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Wir definieren uns zunehmend als Opfer von Stress, Diskriminierung und ungerechter Behandlung. Solche Identitäten spielen in der Politik eine immer grössere Rolle. Für die persönliche Resilienz ist es wichtig, sich auch mit positiven Dingen zu identifizieren. Die Identifikation mit Visionen und Langzeitperspektiven machen besonders resilient. «I have a dream» predigte Martin Luther King, und schon Nietzsche wusste: „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“

Tipp: Fragen Sie sich: Was will ich wirklich? Welcher Gruppe fühle ich mich zugehörig? Was ist mein Traum? Welche Art Mensch will ich sein, wenn ich diese Welt einst verlasse? Was ist der Grund, zu dessen Erkundung ich geboren wurde?

 

Unsere Tipps

Versuchen Sie, sich den Tag als Yoga-Übung vorzustellen. Sie wechseln von einer Stellung zur anderen. Und jede Stellung enthält eine kräftige und beherzte Anspannung, gefolgt von Entspannung.

Lesen Sie  auch Teil 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 und 8 der Serie von Prof. Hasler. Sein Buch „Resilienz: der Wir-Faktor“ können Sie hier bestellen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 09.05.2019. Setzte ein Lesezeichen permalink.

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