Die Familie leidet mit

Wenn ein Mensch schwer erkrankt oder nach einem Unfall intensivmedizinisch behandelt werden muss, geraten nicht nur die Patientinnen und Patienten selbst in eine Ausnahmesituation. Auch ihre Angehörigen erleben diese Zeit als emotional belastend. Ungewissheit über den Krankheitsverlauf, Sorgen um die Zukunft und Entscheidungen, die getroffen werden müssen.

Gleichzeitig spielen Angehörige eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden und die Genesung der Betroffenen. Deshalb setzt die Klinik Hirslanden seit Dezember 2024 als erstes Spital in der Schweiz auf ihrer Intensivstation das familienfokussierte Versorgungsmodell FICUS – Family Support Intervention in Intensive Care Units – im klinischen Alltag ein.

Das Modell wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Rahel Naef, Professorin für Implementation Science in Pflegewissenschaft und Leiterin des Zentrums Klinische Pflegewissenschaft an der Universität und dem Universitätsspital Zürich, entwickelt und wissenschaftlich evaluiert.

Begleitung für die ganze Familie

Das familienfokussierte Versorgungsmodell verfolgt das Ziel, Angehörige während der intensivmedizinischen Behandlung aktiv, kontinuierlich und bedürfnisorientiert zu begleiten. Eine schwere Erkrankung betrifft nicht nur die Patientin oder den Patienten, sondern das gesamte familiäre Umfeld. Im Mittelpunkt steht eine interprofessionelle Betreuung, die die Bedürfnisse der Familie ebenso berücksichtigt wie jene der Patientinnen und Patienten.

Durch verständliche Informationen, kontinuierliche Begleitung sowie eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen und weiteren beteiligten Berufsgruppen werden Orientierung, Sicherheit und Vertrauen gefördert. Die Familienpflege trägt dazu bei, die Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu stärken, Fragen aufzugreifen und Angehörige in ihrer Rolle als wichtige Partnerinnen und Partner im Behandlungsprozess zu unterstützen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.ficus.uzh.ch.