Die Kniegelenksarthrose ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt. Es handelt sich dabei um eine degenerative, meist altersbedingte Abnützung der Knorpelschicht. Die Folge: Knochen reibt auf Knochen, was Schmerzen verursacht.

Konservative Behandlung
Bei einer beginnenden Kniearthrose besteht die Therapie darin, den Lebensstil so anzupassen, dass das Knie entlastet wird. Auch mit Physiotherapie oder Krafttraining können Symptome gelindert werden. In akuten Phasen bringen schmerz- und entzündungslindernde Medikamente Erleichterung. Alternativ können auch Injektionen direkt ins Kniegelenk zum Einsatz kommen, meist mit Cortison. Bei Versagen der konservativen Therapie wird dann in der Regel zur Knieprothese geraten.
Operative Behandlung
Pro Jahr werden in der Schweiz circa 16 000 künstliche Knieprothesen implantiert. Die Operation ist mit gewissen Risiken verbunden. Nebst den allgemeinen Operationsrisiken, die bei jedem Eingriff bestehen, kann das Einsetzen einer Knieprothese noch spezifische Probleme wie Lockerungen des Implantats, Infektionen und eine Instabilität des Gelenkes verursachen. Bis zu 20% aller Patienten mit einer Knieprothese sind längerfristig mit dem Resultat unglücklich oder haben weiterhin Schmerzen über das erträgliche Mass hinaus.
Unabhängig davon ist auch bei beschwerdefreien Patienten durchschnittlich alle 10 bis 15 Jahre nach der Implantation eine Knierevision, also ein Wechsel des künstlichen Knies, notwendig.
Eine Behandlungsmethode, welche eine prothetische Versorgung hinauszögert oder gar hinfällig werden lässt, würde einen Segen für viele betroffene Patienten mit Knieschmerzen bei Arthrose bedeuten.

Gelenkembolisation
Die Gelenkembolisation hat genau dieses Potential und schliesst eine therapeutische Lücke zwischen konservativer und operativer Behandlung. Das Wirkprinzip beruht auf dem gezielten zeitweisen Verschluss der gelenknahen Arterien zur Blockade der krankhaft vermehrten Blutversorgung in den entzündeten Bereichen um das Gelenk herum. In dieser Zone kommt es durch die Entzündungsreize zur Knorpeldestruktion sowie zur Ausbildung von krankhaften Nerven und damit zur Chronifizierung der Schmerzen. Das Prinzip ist somit klar: Schmerzen sollen lokal und nicht durch die Einnahme starker Medikamente behandelt werden.
Ablauf Gelenkembolisation
«Die Gelenkembolisation kann man sich vom Ablauf ganz ähnlich wie eine Herzkatheteruntersuchung vorstellen und findet folglich in einem Katheterlabor statt», erklärt Prof. Dudeck vom Zentrum für Mikrotherapie in Zürich. Die Embolisation wird von einem speziell geschulten Arzt, dem interventionellen Radiologen, durchgeführt. Der Patient ist bei der Behandlung wach, da der Eingriff schmerzfrei ist.

Zunächst wird in örtlicher Betäubung ein sehr feiner und weicher Katheter in die Arterie in der Leiste eingeführt und unter Röntgenkontrolle zu den atypischen Gefässen navigiert. Wenn man mit dem Katheter zum Schmerzbereich gelangt ist, kann man die abnormen Blutgefässe sehen und das Medikament dort gezielt injizieren. Dadurch werden diese Gefässe verschlossen. Ziel der Gelenkembolisation ist, dass am Ende des Eingriffes keine abnormen Blutgefässe mehr sichtbar sind.

Für wen eignet sich eine Gelenkembolisation?
Die Gelenkembolisation kommt bei Patienten mit länger anhaltenden arthrotischen Knieschmerzen in Frage, die trotz Ausschöpfung konservativer Behandlungsverfahren keine Besserung erfahren. Dazu kommen Patienten, bei denen keine sinnvollen chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten bestehen oder die diese nicht wünschen. Die Indikation für eine Gelenkembolisation ist jeweils individuell zu stellen. Sie ist abhängig von der Dauer und Ausprägung der Beschwerden sowie dem Ausmass der in der Bildgebung erkennbaren Gewebeschäden.
Behandlungsergebnisse
Das Zentrum für Mikrotherapie bietet die Gelenkembolisation bereits seit 2021 an und hat schweizweit mit mehr als 100 behandelten Patienten die grösste Erfahrung. Eine Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass 77% der behandelten Patienten von dem Eingriff profitierten. Im Durchschnitt haben sich die Beschwerden durch die Gelenkembolisation auf einer 10-Punkte-Skala von 7.4 Punkte innerhalb von 6 Wochen auf nur noch 3.5 Punkte reduziert, was mehr als einer Halbierung der Beschwerden in dem Zeitraum entsprach. Im weiteren Verlauf kam es sogar noch zu einer weiteren klinischen Verbesserung. Diese Ergebnisse decken sich mit Studienergebnissen anderer Zentren weltweit.

Knie-Gelenkembolisation (VAS: visuelle Analogskala)
Weitere Informationen zur Gelenkembolisation: www.gelenkembolisation.ch

speziell Interventionelle Radiologie
KLINIK HIRSLANDEN
Zentrum für Mikrotherapie
Witellikerstrasse 40
8032 Zürich
Telefon +41 44 387 29 35