Die kleine Sex-Sprachschule: Vorsicht, jetzt wird’s schmutzig!

Alle sind aufgeklärt – könnte man meinen. Wenn es um Sex geht, fehlen vielen Menschen die passenden Begriffe. Paartherapeut Henri Guttmann auf der Suche nach Synonymen für Geschlechtsverkehr.

Geschlechtsverkehr
Quelle: fotolia.de, Urheber: LIGHTFIELD STUDIOS

Sex ist die schönste Sache der Welt. Für die körperliche Liebe gibt es eine unüberschaubare Anzahl von Begriffen. Zur gelungenen erotischen Verführung braucht es eine passende Kommunikation. Leider ist das bis jetzt noch kein Schulfach. Das zeigt sich darin, dass viele Paare genau dann aneinander vorbeireden, wenn sie signalisieren möchten: Du ich hätte jetzt gerade voll Lust auf Dich. Sie landen dann ziemlich ungeschickt in der in der sogenannten Anti-Verführung. Das heisst, die erotische Liebesbotschaft kommt beim andern gar nicht erst an, oder stösst ihn sogar ab.

In der Paartherapie frage ich jeweils: „Wie signalisieren Sie Ihrem Liebsten, dass Sie Lust auf die Lust haben? Wie erklären Sie Ihrer Liebsten, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt ist, um zu Schmusen, oder was auch immer daraus entsteht?“

Ein paar Beispiele aus dem Praxisalltag:

Er sagt: „Schatz, ich gehe noch Duschen!“ Er möchte ihr eigentlich mitteilen: „Ich hätte heute Lust auf Dich!“ Sie denkt: „Duschen ist immer gut. Was hat das mit mir zu tun?“

Sie sagt: „Ich bin im Fall oben im Bett und lese noch ein Buch!“ Sie möchte ihm damit mitteilen: „Ich erwarte Dich nackt im Bett!“ Er denkt: „Viel Spass beim Lesen! Ich schaue noch den Krimi fertig.“

Fragen Sie sich doch mal, wie Sie Ihrem Partner signalisieren, dass Sie Lust haben. Sind es Worte, Gesten oder reden Sie kryptisch? Fragen Sie Ihre Partnerin: „Woran kann ich erkennen, dass Du gerade heute mit mir zärtlich sein möchtest?“

Manche Begriffe sind erotische Verführungskünstler, andere hingegen regelrechte Abturner. Doch selbstverständlich soll jedes Paar für sich entscheiden, welche Flüsterwörter am besten zu beiden passen. Wählen Sie Begriffe, die nur Sie beide als Geheimsignal verstehen.

Es gibt humorvolle, liebevolle, aber auch derbe und vulgäre Begriffe:

Vernaschen, schwing Dein Ding, sich glücklich machen, Schiff versenken, dem Storch Arbeit geben, schnackseln, intime Gymnastik-Übungen, die Schlange in der Urwald schicken, Nachwuchsproduktionsübung, feucht durchwischen, (her)nehmen, verlustieren, vernaschen, Quickie, pennen, aufs Kreuz legen, zur Sache gehen, 21-Fingerübung, glücklich machen, kleine Schwimmer befreien, Knick-Knack, sich in den weichen Sattel schwingen, flöten, lustgärtnern, Kopfkissen teilen, den Zug durch den Schwarzwald fahren lassen, den Denkmodus ausknipsen, durchnudeln, die Ehe vollziehen, durchpimpern, herumsauen, imkern bis der Honig fliesst, in die Kiste hüpfen, lustreiten, die Nachbarn wecken und besonders für Juristen: einstweilige Vergnügung.

 

Henri Guttmann, Paartherapeut

 

 

 

 

 

www.henri-guttmann.ch

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 07.03.2019. Setzte ein Lesezeichen permalink.

Kommentare sind geschlossen.