Die Masken-Trottel

Achtzigjährige Risikopatienten, die sich in der S-Bahn bloss einen Pullover über Mund und Nase ziehen. Junge Typen, die im vollgestopften Postauto gar keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Maskentrage-Pflicht wird immer miserabler umgesetzt.

Maskentrottel Bild AdobeStock Urheber fantom rd
Bild: AdobeStock, Urheber: fantom rd

Seit vergangenem Montag gilt im gesamten öffentlichen Verkehr schweizweit eine Maskenpflicht. Die SBB und andere Bahnunterhemen zeigten sich sehr zufrieden mit der Disziplin der Bevölkerung. Doch nur ein paar Tage später offenbart ein Augenschein in verschiedenen Transportmitteln und Landesteilen, dass das vor allem Wunschdenken ist und Mister Corona Daniel Koch vom BAG doch ein bisschen Recht hatte, weil er die Nonchalance im Umgang mit den Schutzmasken wohl voraussah.

Ignoranz ist unheilbar

Das steigen die Infektionszahlen wieder, einzelne Kantone wie das Tessin verschärfen die Massnahmen erneut, und was macht ein über 80jähriger Rentner mit Begleiterkrankungen in der vollbesetzten S-Bahn im am stärksten betroffenen Kanton der Schweiz? Er bedeckt sein Gesicht bloss mit einem dünnen Pullover, mitten im Sommer. Spricht man ihn freundlich auf seine Fahrlässigkeit an, reagiert er abwehrend und aggressiv. So viel Ignoranz ist unheilbar.

Fehlende Zivilcourage

Dieselbe Haltung in einer gut frequentierten Postauto-Linie. Dieses Mal sind die Fehlbaren ein paar Jugendliche. Lässig legen sie ihre Füsse auf den gegenüberliegenden Sitz. Nur einer trägt eine Maske, einer lässt sie um den Hals baumeln, der dritte hat gar keine. Sowohl der Fahrer wie auch die anderen Fahrgäste lassen die jungen Typen gewähren. Zivilcourage hat man, oder man sie nicht.

Die Hände im Gesicht

Die Aufzählung liesse sich beliebig erweitern. Tatsache ist, Schutzmasken können die Übertragungsraten in der Öffentlichkeit um bis zu 80 Prozent senken und auch den Maskenträger selbst schützen, sofern man sie richtig trägt und sich nicht immer wieder ins Gesicht fasst. Aber genau das passiert ständig, wenn man die Menschen beobachtet.

Wir können wir nur hoffen und beten, dass das Virus mit uns Erbarmen hat und es trotz unserer Fehlbarkeit nicht zu einer zweiten Welle kommt, die – wie es in anderen Ländern schon der Fall ist – sogar noch viel schlimmer sein könnte als die erste.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 09.07.2020.

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