Die sieben goldenen Regeln bei Arthrose

Gegen Gelenkschmerzen wegen Arthrose können Sie etwas tun. Damit Sie das Richtige machen, haben wir sieben goldene Regeln zusammengestellt.

Arthrose 29.05.18

Regel 1: Bei Arthrose-Verdacht zum Arzt

Auch wenn die Arthrose ein langsamer Prozess ist, sollten die Beschwerden rasch abgeklärt werden. Nur der Arzt kann andere, even­tuell sogar schwerwiegendere Erkrankungen ausschliessen. Und: Die Arthrose-Behandlung wirkt umso besser, je früher man damit beginnt. Erste Warnzeichen einer Arthrose sind Anlaufschmerz des Gelenkes am Morgen oder nach längerem Sitzen sowie Morgensteifigkeit, Schmerzen unter Belastung, Schwellungen und Rötungen des Gelenkes.

Regel 2: Das schmerzende Gelenk muss bewegt werden

Da der Knorpel keine Blutbahnen und Nerven hat, ist ein Austausch von Nährstoffen und Abfallprodukten der Knorpelzellen nur passiv über die Gelenkflüssigkeit möglich. Das Gelenk muss dazu bewegt werden. Durch Bewegung wird der Knorpel abwechselnd wie ein Schwamm zusammengedrückt und wieder entlastet – Gelenkflüssigkeit wird aufgesaugt und wieder ausgepresst. Nur so gelangen die Nährstoffe zu den Knorpelzellen. Ohne Bewegung kommt es zu einer Unterversorgung. Der Knorpel degeneriert dann noch schneller.

Regel 3: Arthrose lässt sich aufhalten

Arthrose kann man zwar nicht heilen. Ist der Knorpel einmal degeneriert oder abgebaut, lässt er sich nicht mehr verjüngen, erneuern oder aufbauen. Man kann Arthrose aber aufhalten oder ihr Fortschreiten verlangsamen. Zu den Massnahmen gehören die Reduktion von Übergewicht, die Stärkung der Muskulatur zur Entlastung des Gelenkes und die Einnahme von Medikamenten mit dem Wirkstoff Chondroitinsulfat. Studien an Patienten mit Kniegelenkarthrose haben gezeigt, dass sich unter Chondroitinsulfat die Abnahme des Knorpelvolumens verlangsamt und auch die Schmerzen abnehmen. Nachgewiesen ist die Wirkung allerdings nur für Medikamente. Nahrungsergänzungsmittel sind unterdosiert und wurden bisher nicht untersucht.

Regel 4: Entzündungshemmer sind besser als ­Paracetamol

Neue Studien zeigen, dass die Wirkung von Paracetamol in Dosen von drei Gramm und weniger pro Tag ungenügend ist. Nimmt man hingegen mehr als drei Gramm pro Tag, können gravierende Nebenwirkungen im Magen oder auch im Herz-Kreislauf-System auftreten. Bei starken Schmerzen greift man also besser zu Entzündungshemmern. Die haben zwar ähnliche Nebenwirkungen, wirken aber besser gegen Schmerzen und Entzündungen.

Regel 5: Auch Gels, Crèmes und Pflaster einsetzen

Bei Finger- und Kniegelenkarthrose – das Hüftgelenk liegt zu weit unter der Haut – wirken lokal angewendete Medikamente wie Gels, Crèmes und Pflaster genauso gut wie oral eingenommene, zumindest in den ersten vier Wochen nach Therapiebeginn. Sie sind zudem viel besser verträglich und haben keine potenziell lebensgefährlichen Nebenwirkungen. Genau wegen dieser Nebenwirkungen sollten die oralen Entzündungshemmer immer in der tiefsten noch wirksamen Dosis und nur so lange wie nötig genommen werden.

Regel 6: Vorsorge ist möglich

Die Häufigkeit von Arthrosen nimmt mit dem Alter zwar zu, eine Alterserscheinung im eigentlichen Sinn ist Arthrose aber nicht. Vererbung spielt eine Rolle, insbesondere bei der Fingergelenkarthrose und in geringerem Ausmass bei der Kniegelenkarthrose. Dennoch ist Vorsorge möglich. Die Regel lautet: Gelenke benutzen und belasten, aber nicht überlasten. Freeclimbing und wiederholte Höchstbelastungen bei allen Stop-and-go-Sportarten wie Fussball, Tennis oder Squash tun den Gelenken mittel- bis langfristig nicht gut.

Regel 7: Verletzungen ganz ausheilen lassen

Ganz wichtig ist, dass man Sportverletzungen in jedem Alter vollständig ausheilen lässt und in der Physiotherapie wieder lernt, das betroffene Gelenk richtig zu bewegen und zu belasten. Viele Arthrosen sind nämlich Spätfolgen einer nicht auskurierten Verletzung.

Was ist Arthrose?

Arthrose bezeichnet einen langsam fortschreitenden Abbau von Gelenkknorpel. Arthrose kann Gelenkschmerzen verursachen und die Beweglichkeit stark einschränken. Am häufigsten betroffen sind Kniegelenk, Hüftgelenk und Fingergelenke. Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung. 600 000 Schweizerinnen und Schweizer leiden unter Arthroseschmerzen, Tendenz steigend. Kniegelenkarthrose hat bereits jeder Zweite über 60.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 07.06.2018. Setzte ein Lesezeichen permalink.

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