Bluthochdruck ist kein unvermeidbares Schicksal. Menschen, die Übergewicht und Zigaretten meiden, sich beim Salzverzehr und beim Alkoholkonsum zurückhalten und körperlich aktiv bleiben, können auch ohne Medikamente bis ins hohe Alter einen normalen Blutdruck haben.
Für die meisten Personen mit Hypertonie ist es einfacher, Medikamente einzunehmen als den Lebensstil zu ändern. Die Bereitschaft zu einer Lebensstilmodifikation nimmt neuen Studienergebnissen zufolge mit der Diagnose sogar ab. Eine gestörte Kommunikation mit der Ärztin oder dem Arzt könnte ein Grund dafür sein, vermuten die Autoren.
Patientinnen und Patienten, die angaben, dass sich die Behandelnden zu wenig Zeit für sie nehmen, oder es ablehnten, mit ihnen die Gesundheitsinformationen zu besprechen, die sie im Internet gelesen hatten, waren weniger bereit, sich an ärztliche Empfehlungen zu halten.
Dabei gibt es gute Gründe, auch Menschen mit diagnostizierter Hypertonie zu einer Lebensstilmodifikation zu motivieren. Bereits eine Gewichtsreduktion um 5 % kann den systolischen Blutdruck um 6-8 mmHg senken. Dieselbe Wirkung erzielt weniger Salz. Das gilt auch für Ausdauer- und Kraftsport sowie Meditation oder kontrolliertes Atmen. Kombiniert man die verschiedenen Massnamen, summiert sich der Effekt.