Die Welt hat eine Spermakrise

Schweizer Männer haben besonders schlechte Spermien. Und Männer mit schlechtem Sperma sterben früher. Tipps, wie sich Qualität und Menge der Spermien verbessern lassen.

Spermakrise Bild AdobeStock Urheber Christoph Burgstedt
Bild: AdobeStock, Urheber: Christoph Burgstedt

In der westlichen Welt geht es mit der Spermienqualität kontinuierlich bergab. Besonders düster sieht es in der Schweiz aus. Bei 60 Prozent der Schweizer Männer zwischen 18 und 22 Jahren lag bei einer Untersuchung mindestens ein Kennwert unter der von der WHO festgelegten Norm, die es für eine gute, männliche Zeugungsfähigkeit braucht. In den letzten 50 Jahren ist die Spermienqualität weltweit gesunken. Im europäischen Vergleich liegen Schweizer Männer eher am unteren Rand des Spektrums. Sechs von zehn haben ein schlechtes Sperma. Gemäss Forschern hat ihre Spermienqualität eine kritische Grenze erreicht, sodass die Zeugungsfähigkeit erheblich eingeschränkt ist.

Ungesunder Lebensstil und niedriges Testosteron

Die Gründe sind weitgehend unklar. Wahrscheinlich spielen viele Faktoren eine Rolle. Alkohol, Rauchen, hormonaktive Substanzen in der Umwelt, Schadstoffe. Aber auch ein ungesunder Lebensstil lässt die Spermien verkümmern. Was man sicher weiss: Die betroffenen Männer haben eine erhöhte Sterblichkeit. Schuld ist ihr niedriges Testosteron. Die Fruchtbarkeit des Mannes ist ein Indikator für seine Gesundheit generell. Unfruchtbare Männer haben im späteren Leben deutlich häufiger Herzkreislauferkrankungen oder Krebs und eine reduzierte Lebenserwartung. Und je tiefer der Testosteronspiegel, desto höher ist das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19.

Tipps für eine bessere Spermienqualität:

  • Übergewicht vermeiden bzw. das Gewicht normalisieren. Bauchfett vermindert die Testosteron-Produktion.
  • Viel Bewegung und Sport. Muskelaufbau erhöht den Testosteron-Spiegel nachhaltig.
  • Proteinreiche, pflanzlich basierte Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Auch gut: Fisch, Eier, Nüsse.
  • Kompletter Nikotin-Verzicht, nur wenig Alkohol.
  • Keine Sauna und heissen Bäder. Die Hoden lieben es ein bis zwei Grad kühler als der restliche Körper.
  • Regelmässig Sex. Optimal ist ein- bis zweimal pro Woche.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 08.04.2021.

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