Dreimal so viele Hitzetote

sun in blue sky Bild: AdobeStock, Urheber: Andreas

Ein internationales Forscherteam aus England, Dänemark, Holland und der Schweiz hat die Entwicklung in 12 europäischen Grossstädten vom 23. Juni bis 2. Juli untersucht. In dieser Zeit kletterten die Temperaturen auf Werte von über 40 Grad. Das Forschungsteam schätzt die Zahl der hitzebedingten Todesfälle in diesen Städten für diese Periode auf 2’300. Etwa zwei Drittel davon, rund 1’500, gehen auf das Konto des Klimawandels. Ohne die Erderwärmung, die die Temperatur in den Städten tagsüber um ein bis 4 Grad zusätzlich steigerte, wären «nur» etwa 800 Menschen an Hitze gestorben. 

Frühe Hitze ist besonders gefährlich

Eine Differenz von nur 2 bis 3 Grad kann für Tausende von Menschen den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Europa ist im Sommer der sich am stärksten erwärmende Kontinent. Eine Besonderheit der jüngsten Hitzewelle war das frühe Auftreten schon im Juni. Extreme Hitze, die früh in der Jahreszeit eintritt, ist tendenziell besonders tödlich, weil die Menschen noch nicht an die Sommertemperaturen gewöhnt sind.

Zu viel Glas, zu wenig Bäume

Es gibt keinen Zweifel daran, dass Hitzewellen mit dem Klimawandel häufiger und intensiver werden. Darauf sind die Städte schlecht oder gar nicht vorbereitet. Man denke nur an die vielen verglasten und nicht abgeschatteten Gebäude, an zu wenig begrünte und zu viele versiegelte Flächen, so das Ärzteblatt.