Eigenblut bei Fussarthrose

Inflammation of the ankle bones a human Bild: AdobeStock, Urheber: sompong.tom

Bei welchen Beschwerden der Füsse wenden Sie die Eigenblut­therapie an?

Ich verwende die ACP-Therapie hauptsächlich bei Arthrose des oberen Sprunggelenks – insbesondere bei Patientinnen und Patienten, die auf Kortison verzichten möchten. Das Gelenk ist gut zugänglich, sodass die Injektion unkompliziert durchgeführt werden kann. Beim unteren Sprunggelenk injiziere ich grundsätzlich unter Durchleuchtungskontrolle, um die exakte Platzierung sicherzustellen. Einige meiner Patienten kommen regelmäs­sig einmal im Jahr zur Auffrischung. Das scheint für viele gut zu funktionieren. Auch bei akuten Verletzungen mit Schwellung und starker Entzündungsreaktion sehe ich positive Effekte: Die Beschwerden gehen schneller zurück.

Wie gut hilft ACP bei einer Entzündung der Achillessehne?

Bei chronischen Reizungen oder Teilrissen der Achillessehne ist ACP eine mögliche Option, vor allem wenn eine Operation nicht in Frage kommt oder vermieden werden soll. Das Plasma wird entlang der Sehne injiziert. Ich habe in meiner Praxis einige Patienten behandelt, die dadurch eine deutliche Besserung erfahren haben. Kortison würde zwar schneller wirken, birgt aber das Risiko, das Sehnengewebe zu schädigen, besonders bei wiederholter Anwendung. ACP hat diesen Nachteil nicht.

Wo funktioniert die Therapie nicht?

Bei kleinen Gelenken im Vorfuss – etwa den Zehengelenken – zeigt ACP meiner Erfahrung nach kaum Wirkung. Das liegt unter anderem daran, dass diese kleinen Gelenkräume nur schwer zugänglich sind und meist mechanische Fehlstellungen oder Überlastungen die Haupt­ursache der Beschwerden sind, weniger eine aktive Entzündung. Die Wirkung von ACP beruht jedoch vor allem auf der entzündungshemmenden Komponente. Auch im Bereich des Mittelfusses ist der Effekt daher meist begrenzt. Trotzdem kann ACP in geeigneten Fällen – etwa bei entzündlicher Arthrose im Sprunggelenk – den Verlauf verlangsamen und Schmerzen lindern. Die Methode gilt als gut verträglich und risikoarm, ersetzt aber keine strukturelle Korrektur bei mechanisch bedingten Problemen.

Dr. med. Martin Huber,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
Spezialist für Fuss- und Sprunggelenkchirurgie

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