Ein täglich wiederkehrendes Fest

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Diese Anleitung von Hauswirtschaftslehrerin Susanna Storz, einer sechsfachen Mutter aus Schwarzenburg, und ihrem Mann kann Ihre Linie für immer verändern.

Mein Mann, ein begeisterter und sehr kreativer Hobbykoch, coacht mich beim Abnehmen. Zu zweit geht das viel besser. So muss ich mich nicht so viel mit Lebensmitteln und Menu-Plänen beschäftigen. Es ist auch gut, eine Leidensgenossin zu suchen oder die Kinder einzubeziehen und mit ihnen zusammen leckere, farbige Gemüse- und Früchtemahlzeiten zuzubereiten, erfrischende Drinks zu mischen und überhaupt mit ihnen zu kochen.

Wenn die Kids wissen, dass sie Mama aktiv unterstützen können, wird das Abnehmen zu einem gemeinsamen Projekt. Ausserdem lernen sie nebenbei viel über Zubereitungsarten, gesunde Ernährung und gewöhnen sich an naturbelassene Kost. Falls jemand ein hilfreiches Kochbuch sucht, empfehle ich den „Tiptopf.“ Als Hauswirtschaftslehrerin arbeite ich ausschliesslich mit diesem Buch. Von leckeren, einfachen Rezepten über den Umgang mit Vitaminen bis zu ausführlichen Erklärungen zur Lebensmittelpyramide ist alles drin, einfach erklärt, super dargestellt und schön bebildert.

Bei uns ist es Tradition, dass wir Tellerservice machen und die Gerichte immer hübsch ausgarnieren. Immer, ohne Ausnahme. So viel Zeit muss sein. Essen bei uns ist ein täglich wiederkehrendes Fest. Wir essen gemeinsam und natürlich erst, nachdem serviert wurde. Es gilt nicht, während des Kochens dauernd etwas in den Mund zu schieben.

Ab und zu werden die Portionen abgewogen, um ein Gefühl zu bekommen, wie viel man wirklich braucht. Tipp: kleine Teller wählen!  Tisch festlich decken! Sich Zeit nehmen! Langsam essen! Entspannte Atmosphäre schaffen! Keine Telefonanrufe entgegennehmen! Sich umziehen und hübsch machen!

Ein Tag in unserem persönlichen Plan zum Abnehmen kann so aussehen:

Frühstück:

Fettfreie Bouillon mit gehackten Kräutern, 1 pochiertes Ei, 1 Scheibe Vollkorn- oder Knäckebrot mit geräuchertem Lachs oder Forelle. wahlweise Frischkäse mit Schnittlauch oder dünne Scheibe Käse, 1 Tasse Kaffee. Oder: Quark mit Früchten, etwas Vollkornflocken, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, mit Stevia gesüsst.

Zwischenmahlzeiten:

  • Karottensalat mit Joghurt angemacht und Nüssen ausgarniert
  • Weisskohlsalat mit geriebenem Apfel und 1 Scheibe Knäckebrot
  • Portion frische Früchte oder Beeren
  • Glas Frucht- oder Gemüsesaft
  • Hartgekochtes Ei mit grünem Salat
  • Rührei auf Vollkorntoast
  • Handvoll Nüsse
  • 2 dl Milchshake
  • Ab und zu ein Stücklein Chili- oder Meersalzschokolade von Lindt auf einem Zwieback

Abendessen:

  • 250 bis 300 Gramm Gemüse, gedämpft oder in ganz wenig Olivenöl rührgebraten, ein Stück Fleisch, z.B. Poulet, mageres Schwein, Fisch, gebraten in wenig Öl, mit viel frischen Kräutern, Country Cuts (Kartoffelschnitze samt Schale im Backofen knusprig backen, leicht salzen, mit Rosmarin aromatisieren. Für die Kinder die Kartoffeln vorher leicht mit Olivenöl bepinseln).
  • Spinatomelette mit Salat oder Tomaten ausgarniert.
  • Geschwellte mit Kräuterquark (Magerquark mit Mineralwasser geschmeidig rühren), Käsescheibe, Tomaten, Gurken, Kohlrabi, Radiesli, Zucchini: Roh zum Dippen!
  • Rührei aus zwei Eiern, mit Zwiebeln, wahlweise wenig Speckwürfeli oder Schinkenstreifen, Gemüsewürfeln, Kräutern, Reibkäse auf Vollkorntoast angerichtet zu Salat oder Gemüse.
  • Viel trinken!
  • 2 Liter ungesüssten oder mit Stevia schwach gesüssten Tee (z.B. Ingwer mit Zitrone) oder Wasser morgens bereitstellen und über den Tag verteilt trinken.
  • Wir süssen grundsätzlich alle Speisen und Tees mit Stevia, ausser Gebäck. Nicht zu viel davon verwenden, wird sonst bitter! Wir haben uns an den etwas anderen Geschmack gewöhnt.
  • Salz sparsam verwenden! Gemüsesalz bevorzugen.
  • Chili, Pfeffer und Ingwer nach Belieben. Sie kurbeln den Stoffwechsel an und reduzieren die Lust auf Süsses.
  • Kohlenhydrate reduzieren.
  • Naturbelassene, vollwertige Lebensmittel.
  • Wir sind mit grossem Erfolg auf nur noch zwei Hauptmahlzeiten übergegangen. Der Körper gewöhnt sich nach einiger Zeit daran und will nicht mehr dauernd zwischendurch gefüttert werden.
  • Bewegung draussen: Fussball oder Federball, Schnitzeljagd mit den Kindern, Versteckis spielen, Steine suchen am Fluss, Radtour, Wandern, Schwimmen
  • Bewegung drinnen: Treppensteigen, Trampolin, Stepper, Pilates-Kurs, Hanteltraining (geht auch mit gefüllten PET-Flaschen oder Grapefruits).
  • Heimübungen mache ich nach Möglichkeit vor dem Fernseher, zum Beispiel während einem Krimi oder zu flotter Musik.
  • Wir sorgen dafür, dass nichts im Einkaufswagen landet, was uns arg in Versuchung bringen könnte. Sehr hilfreich: Menu-Plan erstellen, Einkaufsliste einhalten und nur einmal pro Woche einkaufen. Für Frischwaren Kinder schicken oder wenig Geld mitnehmen.
  • Hilfreich ist, sich eine Woche lang mit Hilfe einer Waage und einer Tabelle die Kalorien der einzelnen Lebensmittel, die man zu sich nimmt, aufzuschreiben. Ist Arbeit, aber man lernt sehr viel dabei

Hilfreich ist, sich eine Woche lang mit Hilfe einer Waage und einer Tabelle die Kalorien der einzelnen Lebensmittel, die man zu sich nimmt, aufzuschreiben. Ist Arbeit, aber man lernt sehr viel dabei.

Wie viel Kalorien liefern mir:

  • 100 g Gemüse / Früchte / Säfte
  • 100 g Nüsse / Hülsenfrüchte
  • 100 g Getreide / Brot/ Teigwaren/ Kartoffeln
  • 100 g Fleisch / Eier / Fisch / Milch-, Milchprodukte
  • 1 KL Öl/ Butter / Margarine
  • 100 g Schokolade / Zucker/ Limonaden, Eis

Je nachdem wie alt die Kinder sind, können sie mit einbezogen werden. Natürlich kann man in Tabellen nachlesen, wie viel Kalorien 100 g eines Lebensmittels liefern. Aber abgewogen und auf Tellern nebeneinander gelegt, bekommt man ein Auge dafür, wie viel das mengenmässig ist.

Es geht auch umgekehrt: Wie viel kann ich von Schokolade, Nüssen, Salat, Butter, Fleisch, Nudeln essen, um 100 Kalorien zu bekommen? So bekommt man ein Gefühl dafür, was die einzelnen Lebensmittel „wert“ sind.  Ist sehr spannend und überrascht immer wieder! Die Kinder helfen bestimmt gerne beim Abwiegen und Portionen fotografieren.

Tipp: Fotos ausdrucken und in der Küche gut sichtbar aufhängen.