Einfach nur dankbar

Wochenlanges Koma. Anneke Van der Weerd erzählt, wie ein Arzt am Luzerner Kantonsspital und eine Herzpumpe ihr das Leben gerettet haben.

Herzpumpe Aufmacher

Wir waren im Urlaub in Istrien, als ich im Juni 2018 plötzlich starke Atemnot bekam und extrem müde wurde. Ich wurde in Pula ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie mir Wasser aus der Lunge entfernten. Nach vier Tagen wurde ich aus dem Spital entlassen und wir traten die Heimreise an. Wir fuhren durch die Schweiz, weil unsere Tochter und unser Schwiegersohn im luzernischen Altwis leben.

Am zweiten Tag in der Schweiz ging es mir überhaupt nicht gut, und ich wurde mit dem Krankenwagen ins Luzerner Kantonsspital gebracht. Dort wurden schwerwiegende Herzprobleme entdeckt, darunter eine verengte Aortenklappe. Zum Glück hatte an diesem Abend Dr. Cuculi Dienst, der erfahrene Co-Chefarzt am Herzzentrum Luzern. Es ging mir sehr schlecht, ich lag im Koma. Dr. Cuculi entschied, zur Überbrückung meiner prekären Situation eine Herzpumpe einzulegen. Er führte den Eingriff noch mitten in der Nacht durch. Vier Tage danach konnte er eine neue Herzklappe einsetzen.

Zwei Wochen später wurde ich mit dem Krankenwagen nach Holland verlegt. Dort mussten noch mehrere Bypass-Operationen am Herz gemacht werden. Anschliessend folgte eine Herz-Rehabilitation. Natürlich bin ich mit meinen 74 Jahren kein Spitzensportler. Aber mein Herz hat sich wieder erholt. Bei schönem Wetter fahren wir oft Fahrrad. Mir geht es gut. Ich hoffe, dass ich mich noch viele Jahre an Dr. Cuculi und sein ganzes Team in grosser Dankbarkeit erinnern kann.

Die kleinste Herzpumpe der Welt

Bei Hochrisikopatienten mit stark eingeschränkter Herzfunktion waren viele Eingriffe bisher nicht durchführbar. Die Herzpumpe Impella unterstützt das Herz nicht nur während des Eingriffs, sondern auch in den Tagen danach auf der Intensivstation. So kann sich das Herz langsam wieder erholen.

Die Pumpe ist so klein, dass sie über einen Katheter ins Herz eingeführt werden kann. Das geschwächte Herz muss weniger Leistung erbringen. Gleichzeitig wird die Versorgung über die Herzkranzgefässe unterstützt.

Von den Patienten, die einen kardiogenen Schock erleiden, sterben mindestens 50 Prozent an Kreislauf- oder Organversagen. Der kardiogene Schock, ausgelöst durch ein Pumpversagen des Herzes, führt zu einem Teufelskreis mit verringerter Auswurfleistung, niedrigem Blutdruck und Minderdurchblutung sämtlicher Organe. Wird ein kardiogener Schock frühzeitig erkannt, verbessert die Herzpumpe die Überlebenschancen markant.

Herzpumpe Herz
Die Herzpumpe wird mit einem Katheter ins Herz ­eingeführt, hier in die linke Herzkammer. So wird das ­geschwächte Herz entlastet.

 

Herzinsuffizienz
PD Dr. Florim ­Cuculi, Co-Chefarzt am Herzzentrum Luzern, Luzerner Kantonsspital
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 28.05.2020.

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