Erste zugelassene Zelltherapie gegen Parkinson

MRI or magnetic resonance image of head and brain scan. Close up view Bild: AdobeStock, Urheber: DedMityay

Parkinson ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, bei der dopaminproduzierende Nervenzellen im Gehirn absterben. Dies führt zu typischen Symptomen wie Zittern, Muskelsteifheit und verlangsamten Bewegungen. Bisherige Therapien können diese Symptome lediglich lindern, aber nicht die zugrunde liegende Ursache beheben: den Verlust von Nervenzellen. Hier setzt die neue Zelltherapie an.

Die in Japan zugelassene Therapie basiert auf induzierten pluripotenten Stammzellen. Dabei handelt es sich um Körperzellen, die im Labor in einen jugendlichen Zustand zurückprogrammiert werden, sodass sie sich in nahezu jeden Zelltyp entwickeln können. Für die Parkinson-Therapie werden diese Zellen gezielt zu dopaminergen Vorläuferzellen differenziert. Also Zellen, die später Dopamin produzierende Nervenzellen werden können. Diese werden anschliessend chirurgisch ins Gehirn der Patienten transplantiert, gezielt in betroffene Regionen eingebracht und dort zur Reifung und Integration ins neuronale Netzwerk angeregt. Ziel ist es, die verlorenen Nervenzellen funktionell zu ersetzen. Ein völlig neuer, regenerativer Therapieansatz.

Erste Hinweise auf Wirksamkeit

Die Zulassung basiert auf frühen klinischen Studien, die zwar klein waren, aber vielversprechende Ergebnisse lieferten. In einer Studie verbesserten sich bei 4 von 6 Patienten die motorischen Symptome deutlich. Die transplantierten Zellen überlebten im Gehirn und produzierten Dopamin. Nebenwirkungen waren bislang überwiegend mild. Die Daten deuten darauf hin, dass die Therapie nicht nur sicher sein könnte, sondern tatsächlich die Krankheitsmechanismen beeinflusst.

Besondere Zulassung

Die japanische Gesundheitsbehörde erteilte eine bedingte und zeitlich begrenzte Zulassung. Das bedeutet: Die Therapie darf bereits eingesetzt werden. Gleichzeitig müssen weitere Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit gesammelt werden. Eine endgültige Zulassung hängt von diesen Langzeitdaten ab. Dieses Verfahren ist typisch für Japan und soll innovative Therapien schneller zu Patienten bringen.

Meilenstein

Die Zulassung gilt als weltweit erste Genehmigung einer Zelltherapie überhaupt und wird als Meilenstein der regenerativen Medizin angesehen. Sie zeigt, dass Zelltherapien erstmals gezielt verlorene Hirnzellen ersetzen können und dass neue Behandlungsstrategien für bisher unheilbare Krankheiten möglich sind.