Fehlbehandlung bei COPD

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Bei der Behandlung der Chronisch Obstruktiven Lungenkrankheit COPD ist ein Umdenken erforderlich. Grund sind häufige Fehlbehandlungen.

Die Chronisch Obstruktive Lungenkrankheit COPD ist weltweit auf dem Vormarsch und wird bald zur zweithäufigsten Todesursache. Umso wichtiger sind eine frühe Diagnose und eine rechtzeitige, wirksame Therapie. Neben einer Verdrängung der Symptome wie Husten, Auswurf und Atemnot bei körperlichen Anstrengungen machen den Fachleuten eine verbreitete Fehlbehandlung Sorgen. Viele COPD-Patienten erhalten nämlich bereits in frühen und mittleren Krankheitsstadien unnötigerweise Kortison zum Inhalieren oder sogar als Tabletten. Dabei sollten Betroffene in diesen Stadien möglichst frühzeitig und konsequent mit langwirksamen Bronchien erweiternden Mitteln behandelt werden.

Die nebenwirkungsträchtige Fehlbehandlung mit Kortison ist zum Teil auf Schwierigkeiten bei der Diagnose zurückzuführen. Insbesondere was die Abgrenzung zum Asthma betrifft. Diese Unterscheidung ist sehr wesentlich, weil die Behandlung sehr unterschiedlich ist. Mischformen beider Erkrankungen sind selten. Bei Asthma sind Inhalationen mit Kortison schon von Anfang an sinnvoll. Bei der COPD kommen sie erst zum Einsatz, wenn die Möglichkeiten der Bronchien-Erweiterung voll ausgeschöpft sind. Zudem ist die Kortison-Anwendung bei der COPD in ihrer Wirkung sehr begrenzt. Sie hat weder einen Einfluss auf die Lungenfunktion noch auf die Sterblichkeit, ganz im Gegensatz zu den langwirksamen Bronchien erweiternden Mitteln, welche nicht nur die Symptome lindern, sondern gefürchtete Krankheitsschübe, die so genannten Exazerbationen, verringern.