Fisch essen genügt nicht

Weniger Demenzen, weniger Bluthochdruck und weniger Herzinfarkte. «Mit ausreichend Omega-3-Fettsäuren im Blut ist das möglich», sagt Prof. Clemens von Schacky und erklärt, wie das am besten geht.

Omega3

Früher gaben Mütter ihren Kindern im Winter Lebertran zur Deckung des erhöhten Vitamin-D-Bedarfs. Von den wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die ebenfalls in Lebertran enthalten sind, wussten die Mütter zwar nichts. Doch sie taten instinktiv das Richtige. Omega-3-Fettsäuren sind für den Aufbau und die Funktion des Gehirns wichtig.

Verbesserung komplexer Hirnfunktionen

Nicht nur in jungen Jahren. «In jedem Alter werden komplexe Hirnfunktionen verbessert, wenn genügend Omega-3-Fettsäuren zur Verfügung stehen. Die Reaktionszeit, das Erinnerungsvermögen und auch das abstrakte Denkvermögen verbessern sich», sagt Prof. Clemens von Schacky von der Universität München. Er ist Experte auf dem Gebiet der Kardiologie und gilt in Fachkreisen als ausgewiesener Kenner der Omega-3-Fettsäuren. «Bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft vermehrt Omega-3-Fettsäuren zu sich genommen haben, sieht man zusätzlich auch eine bessere Sprachentwicklung.»

Besonders ab 50 enormer Nutzen

Der enorme Nutzen von Omega-3-Fettsäuren zeigt sich ganz besonders ab 50. «Hohe Omega-3-Spiegel bedeuten ein längeres Leben, weniger Herzinfarkte, weniger plötzliche Herztode, weniger Bluthochdruck, weniger Demenzen und weniger Muskelabnahme. Auch andere Gesundheitsprobleme, die wir zwar mit dem Älterwerden verbinden, die aber wohl eher Ausdruck eines jahrzehntelangen Mangels an Omega-3-Fettsäuren sind, verbessern sich», so Prof. von Schacky. «In einer Studie an älteren Menschen in der Umgebung von Augsburg sahen wir, dass es ab 85 eigentlich nur drei Möglichkeiten gibt: Entweder man ist tot oder man ist dement oder man lebt, ist nicht dement und hat einen Omega-3-Index im Zielbereich von acht bis elf Prozent. Ich spreche hier vom sogenannten HS-Omega-3-Index®, der den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren im Blut misst.»

Drei Viertel haben zu niedrigen Omega-3-Spiegel

Die Messungen zeigen auch, dass rund drei Viertel der Bevölkerung einen zu niedrigen Omega-3-Spiegel haben, zumindest in westlichen Ländern. In Japan und in Südkorea liegen die Werte demgegenüber im Zielbereich, und typischerweise lebt man in diesen Ländern länger und es gibt weniger Demenzen. Prof. von Schacky plädiert dafür, dass jeder seinen HS-Omega-3-Index® bestimmen lässt, auch wenn er von sich aus mehr Omega-3-Säuren auf den Speiseplan setzt. «Denn niedrige Omega-3-Spiegel sind auch an Volkskrankheiten wie Bluthochdruck oder Depression beteiligt.»

Genügt es, einfach mehr Fisch zu essen? «Nein, überhaupt nicht. Es gibt Fisch, der fast keine Omega-3-Fettsäuren enthält, wie der Seelachs, der eigentlich Dorsch oder – korrekterweise – Köhler heisst. Beim Zuchtlachs kann man sich nicht mehr darauf verlassen, dass er Omega-3-Fettsäuren enthält. Der Grund: Omega-3-Fettsäuren sind teuer geworden, und die Fischzüchter greifen auf billigere Futtermittel wie Mais zurück. Wildlachs hingegen sucht sich seine Nahrung selbst und ist davon nicht betroffen. Auch Makrele, Sardine und Hering enthalten nennenswerte Mengen an Omega-3-Fettsäuren. Leinöl und andere Pflanzenöle zwar auch, sie sind jedoch schlechte Quellen für DHA und EPA. Zudem ist die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren von Person zu Person sehr verschieden. Da nicht jeder Fisch mag, empfehle ich, auf Nahrungsergänzungsmittel auszuweichen. Diese sollten aber auch richtig eingenommen werden, also zu einer regulären, fetthaltigen Mahlzeit.»

Unser Tipp

Zum Beispiel Burgerstein Omega-3 liquid, erhältlich in Apotheken und Drogerien.

Infos: www.burgerstein.ch 

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 07.11.2019.

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