Fitness-Apps machen krank

Man checking data on fitness tracker after training outdoors Bild: AdobeStock, Urheber: Prostock studio

In sozialen Medien berichten viele Menschen über Enttäuschung und Demotivation, wenn sie mit den von den Apps gesetzten Zielen nicht Schritt halten können. Die tägliche Aktivitätsprotokollierung überfordert sie. Etliche Nutzerinnen und Nutzer sagen, sie fühlten sich von Erinnerungen zum Eintragen ihrer Mahlzeiten „genervt“ oder „beschämt“.

Unerreichbare Ziele

Andere äusserten Frust über unplausible Zielvorgaben: „Die App sagt, ich soll 700 Kalorien weniger pro Tag zu mir nehmen, um mein Ziel zu erreichen“, zitieren die Autorinnen und Autoren. Solche Empfehlungen sind „unerreichbar und ungesund“.

Generell ist eine starke Tendenz zu Selbstvorwürfen erkennbar: „In diesen Beiträgen fanden wir viel Schuld und Scham, wobei die Menschen das Gefühl hatten, nicht so gut zu sein, wie sie sein sollten. Diese emotionalen Auswirkungen können letztendlich die Motivation und die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen.“

Die Freude sollte wieder im Mittelpunkt stehen

Die Wissenschaftler plädieren für ein Umdenken in der App-Gestaltung: „Anstelle von starren Massstäben sollten Gesundheits-Apps das allgemeine Wohlbefinden in den Vordergrund stellen und sich auf die innere Motivation konzentrieren – also auf die Freude oder Zufriedenheit bei Aktivitäten.“

Ein weiterer Schwachpunkt sei die fehlende soziale Komponente vieler Programme: „Viele dieser Apps lassen Nutzerinnen und Nutzer Aufgaben allein bewältigen. Damit verschenken sie das grosse Potenzial sozialer Verbundenheit, die unsere Gesundheit und unser Glück fördern kann.“

Selbstliebe ist die beste Motivation

Die Studienautoren betonen, dass wir lernen müssen, freundlicher zu uns selbst zu sein. «Wir neigen dazu, uns selbst zu beschuldigen und zu beschämen, weil wir glauben, das helfe uns, besser zu werden – tatsächlich bewirkt es das Gegenteil. Wir sollten uns nicht auf starre Zahlen fixieren. Statt Kalorien oder Schrittzahlen solle das subjektive Wohlbefinden im Mittelpunkt stehen.