Gentherapie hilft gegen altersbedingten Sehverlust und Glaukomschäden

Eine neuartige Gentherapie kann bei Mäusen laut einem Bericht in Nature den Sehnerv regenerieren. Im Kampf gegen die Druckschädigung des Sehnervs und gegen altersbedingte Sehschwäche eröffnet das ganz neue Behandlungsperspektiven.

Glaukom Bild AdobeStock Urheber lassedesignen
Bild: AdobeStock, Urheber: lassedesignen

Der grüne Star ist deshalb so heimtückisch, weil der erhöhte Augeninnendruck den Sehnerv beschädigt. Einmal vorhandene Sehstörungen lassen sich nicht mehr reparieren. Bisher wenigstens nicht. Inzwischen ist die Netzhaut zu einem wichtigen Forschungsgebiet für die Stammzell- und Gentherapie geworden.

Ein Team der Harvard Medical School in Boston hat nun einen gentherapeutischen Ansatz gefunden, um die Nervenzellen der Netzhaut zu verjüngen und den Sehnerven mindestens teilweise zu regenerieren. Die tierexperimentellen Studien wurden an Mäusen durchgeführt, deren Sehnerv durch eine Erhöhung des Augeninnendrucks beschädigt war.

Die Behandlung stoppte nicht nur den weiteren Verfall der Sehkraft. Die Sehstärke nahm sogar wieder zu. Die Tiere gewannen etwa die Hälfte ihrer verlorenen Sehschärfe zurück. Die Unter­suchung der Retina und des Sehnervs ergab, dass die Anzahl der Nervenzellen zugenommen hatte und neue gebildet worden waren.

In einem zweiten Experiment wurden 12 Monate alte Mäuse behandelt, bei denen es zu einem altersbedingten Rückgang des Sehvermögens gekommen war. Auch hier konnte die Gentherapie die Sehleistung der Tiere verbessern. Die Unterschiede waren allerdings nicht so gross wie im ersten Experiment. Ob diese Therapie auch beim Menschen funktioniert, wird sich noch zeigen müssen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 07.01.2021.

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