Gesunder Lebensstil beugt Demenz vor

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Die Bedeutung der Demenz-Früherkennung ist mittlerweile bekannt. Einerseits wirken die neuen Alzheimer Medikamente gut, wenn sie in einem sehr frühen Krankheitsstadium genommen werden. Anderseits lässt sich Demenz durch einfache Massnahmen wie gute Blutdruckeinstellung oder Korrektur der Schwerhörigkeit beeinflussen und teilweise sogar vorbeugen. Wenn die Gedächtnisstörungen oder andere kognitiven Defizite bereits für andere Personen, meist Familienangehörige, erkennbar sind, ist eine Untersuchung beim Hausarzt oder in einer Memory Clinic angezeigt. Wie geht man aber mit einer noch rein subjektiven Gedächtnisstörung um, die für die Umgebung noch nicht erkennbar ist? Dr. Filip Barinka, Leiter der Praxis für Altersneurologie mit Gedächtnis-Sprechstunde in Zürich, gibt Antworten.

Was raten Sie Menschen, die selbst eine Verschlechterung ihres Gedächtnisses wahrnehmen?

Die Beratung zur weiteren Lebensführung ist relativ einfach und beinhaltet viele einzelne Empfehlungen, wie zum Beispiel richtige Ernährung, Sport und Krafttraining. Gefolgt von medizinischen Massnahmen wie gute Blutdruckeinstellung, Korrektur der Schwerhörigkeit und andere. Solche Bemühungen können möglicherweise fast die Hälfte der Demenzfälle vorbeugen oder bedeutend verlangsamen. Die Empfehlungen müssen selbstverständlich individuell angepasst werden. Komplizierter wird es, wenn man über Empfehlungen zu weiteren spezifischen Untersuchungen wie zum Beispiel Liquoranalyse spricht. Wenn die Verschlechterung des Gedächtnisses oder andere kognitive Funktionen wie zum Beispiel das Lösen von komplexeren Aufgaben im Alltag bei einer neuropsychologischen Untersuchung schon eindeutig messbar ist, dann spricht man von einer leichten kognitiven Beeinträchtigung oder sogar von einer leichten Demenz. In solchen Fällen rate ich, zu weiteren diagnostischen Abklärung. Dafür liegen hierzu präzise Leitlinien vor. Wenn aber die empfundenen Defizite bei der Untersuchung noch nicht messbar sind, spricht man über eine subjektive kognitive Beeinträchtigung. Exakte Leitlinien gibt es hier nicht. Typischerweise hat man früher eine Kontrolle des Zustands im Verlauf empfohlen. Für dieses abwartende Vorgehen spricht der Fakt, dass die meisten Leute mit leichter kognitiver Beeinträchtigung auch zukünftig keine Demenz entwickeln. Ein etwas erhöhtes Risiko, später eine Demenz zu entwickeln, liegt bei diesen Menschen trotzdem vor. In individuell ausgewählten Situationen ist somit schon heute ein aktives Vorgehen, also Ergänzung der Spezialdiagnostik, möglich.

An wen können sich die Leute mit vermutlich rein subjektiven Defiziten wenden, um eine Beratung zu erhalten?

Eine stabile Hausarztanbindung ist von grossem Vorteil und ermöglicht einen guten Vergleich zwischen der subjektiven Wahrnehmung und den objektiven Veränderungen. Auch können im Rahmen der Hausarztpraxis andere körperliche Ursachen einer leichten kognitiven Beeinträchtigung ausgeschlossen werden. Insbesondere bei relativ jüngeren Patienten, aber auch bei grösseren Sorgen der Betroffenen ist eine Beratung in spezialisierten Einrichtungen oder Praxen, in der Regel einer Memory Clinic, sinnvoll. Hier kann die Anpassung der Empfehlungen an die jeweils neusten Erkenntnisse aus der Forschung garantiert werden.

Werden bereits Medikamente angewendet?

Eine medikamentöse Behandlung von verschiedenen Risikofaktoren wie erhöhtem Bluthochdruck oder Diabetes ist ganz wichtig. Auch liegen Hinweise auf eine positive Wirkung von einigen Substanzen vor, in der ersten Reihe der Extrakt von Ginkgo biloba Blättern. Weitere Forschung ist hier aber noch notwendig. In diesem Zusammenhang möchte ich auch eine klinische Studie erwähnen, die bald starten wird. Hier werden multizentrisch, also mit Beteiligung von vielen Zentren und Praxen in der ganzen Schweiz, Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung untersucht und über einen längeren Zeitraum beobachtet. Auch wird dabei die Behandlung mit Ginkgo-Extrakt weiter untersucht. Ich möchte aber vor allem die Menschen ermutigen, sich einfach und niederschwellig beraten zu lassen, das subjektiv geschwächte Gedächtnis oder andere Leistungen in der Hausarztpraxis oder in der Memory Clinic anzusprechen. Die weiteren Schritte können dann zusammen diskutiert und individuell festgelegt werden.

Dr. Filip Barinka

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Dr. Filip Barinka
Bürglistrasse 29,
8002 Zürich

Tel. 044 576 72 44

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